Wissen · Fachübersetzung erklärt
Was ist technische Übersetzung?
Definition, Abgrenzung, die geltenden Normen — und ein konkretes Beispiel aus dem Maschinenbau.
Technische Übersetzung ist die fachsprachlich korrekte Übertragung technischer Dokumentation — Betriebsanleitungen, Sicherheitshinweise, Spezifikationen, Software-Oberflächen — von einer Sprache in eine andere. Sie verlangt mehr als Sprachkompetenz: Fachverständnis der jeweiligen Industrie, konsistente Terminologie und Normbindung. Denn Fehler sind hier nicht nur sprachlich unschön, sondern sicherheits- und haftungsrelevant.
Anders als bei einem Werbetext oder einem Geschäftsbrief steht bei der technischen Übersetzung die eindeutige, nachvollziehbare Information im Mittelpunkt. Eine Maßeinheit, ein Warnhinweis oder ein Bedienschritt muss in jeder Sprachfassung exakt dasselbe bedeuten — über Dokumentversionen und Produktgenerationen hinweg.
Worin unterscheidet sich technische von allgemeiner Übersetzung?
Drei Merkmale trennen die technische Übersetzung von einer allgemeinsprachlichen.
Fachterminologie und Konsistenz
Technische Texte leben von definierten Begriffen. Dieselbe Komponente, dieselbe Funktion muss in jeder Sprache und in jedem Dokument gleich benannt sein. Dafür sorgen ein zentrales Terminologie-Glossar und ein Translation Memory, das geprüfte Übersetzungen speichert und wiederverwendbar macht.
Normbindung und Haftung
Viele technische Dokumente sind rechtlich geregelt. Eine Betriebsanleitung ist ein sicherheitsrelevanter Bestandteil des Produkts — ihre Übersetzung ist Teil der Konformität, nicht Beiwerk. Ungenauigkeiten können Beanstandungen, Lieferstopps oder Haftungsfälle auslösen.
Format- und Systemkompetenz
Technische Dokumentation entsteht selten in einem Textdokument. Sie steckt in Redaktionssystemen, in XML/DITA, in CCMS-Exporten oder in Software-Oberflächen mit Zeichenbegrenzung. Technische Übersetzung heißt, in diesen Formaten sauber zu arbeiten, ohne die Struktur zu beschädigen.
Wie sieht technische Übersetzung im Maschinenbau aus?
Der Maschinenbau ist ein gutes Beispiel, weil hier Sprache, Sicherheit und Recht unmittelbar zusammentreffen.
Eine Maschine wird ohne ihre Dokumentation nicht in Verkehr gebracht. Die Betriebsanleitung gehört zum Lieferumfang und ist sicherheitsrelevant: Sie muss in der Amtssprache des Landes vorliegen, in dem die Maschine eingesetzt wird. Mit der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablöst, bleibt diese Sprachpflicht bestehen und wird neu gefasst — ein konkreter Handlungsanlass für jeden Hersteller, der mehrsprachige Anleitungen führt.
Übersetzt werden hier Betriebs- und Wartungsanleitungen, Warnhinweise und Sicherheitskennzeichnungen, CE- und Konformitätsdokumentation sowie die Texte der Maschinensteuerung (HMI/UI-Strings) — letztere oft mit harter Zeichenbegrenzung. Die Sicherheitsterminologie folgt etablierten Normen wie ISO 12100.
COMLOGOS arbeitet in diesem Umfeld seit 2007, überwiegend aus der Perspektive von Tier-2- und Tier-3-Zulieferern und OEM-übergreifend. Das prägt die Terminologiearbeit: Sie muss konsistent bleiben, auch wenn mehrere Auftraggeber, Produktlinien und Dokumentversionen zusammenkommen.
Wie wird Qualität in der technischen Übersetzung gesichert?
Qualität ist in der technischen Übersetzung kein Tagesergebnis, sondern das Resultat eines definierten Prozesses.
Vier-Augen-Prinzip nach ISO 17100
Jede Fachübersetzung wird von einer zweiten qualifizierten Fachübersetzerin revidiert — auf Inhalt, Vollständigkeit und Sprache.
Translation Memory & zentrale Terminologie
Geprüfte Übersetzungen werden gespeichert und wiederverwendet. So bleibt die Dokumentation über Updates und über die gesamte Produkt- oder Anlagenlebensdauer konsistent — auch nach 20 Jahren spricht Version 12 dieselbe Sprache wie Version 3.
MT + Post-Editing nach ISO 18587
Bei hohem Volumen kommt kontrollierte Technologie zum Einsatz: Die maschinelle Vorübersetzung wird vollständig durch eine Fachperson nachbearbeitet — skalierbar, aber qualitätsgesichert.
Fachübersetzer:innen mit Industriehintergrund
Übersetzt wird von Menschen, die das jeweilige Fachgebiet verstehen — nicht nur die Sprache. Industrieverständnis aus erster Hand ist die Grundlage jeder verlässlichen technischen Übersetzung.
Welche Dokumente werden technisch übersetzt?
Betriebs- & Wartungsanleitungen
Sicherheits- & Warnhinweise
Technische Spezifikationen & Datenblätter
CE- & Konformitätsdokumentation
Software- & HMI-Oberflächen (UI-Strings)
Lasten- & Pflichtenhefte
Schulungs- & Serviceunterlagen
Patentschriften
Welche Normen gelten?
Für die technische Übersetzung sind vor allem zwei Normen maßgeblich: ISO 17100 regelt den qualitätsgesicherten Übersetzungsprozess samt Revision durch eine zweite Person, ISO 18587 das vollständige menschliche Post-Editing maschinell übersetzter Inhalte. COMLOGOS ist nach ISO 9001, ISO 17100 und ISO 18587 zertifiziert und richtet die eigenen Prozesse zusätzlich an ISO 27001 (Informationssicherheit) aus.
Weiterführend
Technische Übersetzungen
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Was ist technische Übersetzung?
Technische Übersetzung ist die fachlich korrekte Übertragung technischer Dokumentation — etwa Betriebsanleitungen, Sicherheitshinweise oder Software-Oberflächen — in eine andere Sprache. Sie erfordert Fachverständnis der jeweiligen Industrie, konsistente Terminologie und Normbindung, weil Fehler sicherheits- und haftungsrelevant sein können.
Worin unterscheidet sie sich von einer normalen Übersetzung?
Eine allgemeinsprachliche Übersetzung darf frei formulieren; eine technische muss eindeutig, konsistent und normkonform sein. Begriffe, Maßeinheiten und Warnhinweise müssen in jeder Sprachfassung exakt dasselbe bedeuten — über alle Dokumentversionen hinweg. Dafür sorgen Terminologie-Glossar und Translation Memory.
Welche Normen gelten für technische Übersetzungen?
Maßgeblich sind ISO 17100 (qualitätsgesicherter Übersetzungsprozess mit Revision durch eine zweite qualifizierte Person) und ISO 18587 (vollständiges menschliches Post-Editing maschineller Übersetzungen). Je nach Branche kommen fachspezifische Normen hinzu, im Maschinenbau etwa ISO 12100 für die Sicherheitsterminologie.
Warum ist Terminologie so wichtig?
Weil Uneinheitlichkeit in technischen Texten gefährlich ist. Wird dieselbe Komponente in zwei Dokumenten unterschiedlich benannt, entstehen Missverständnisse bei Bedienung, Wartung und Sicherheit. Ein zentrales Glossar und ein Translation Memory halten die Terminologie über Versionen und Sprachen hinweg stabil.
Wer übersetzt technische Dokumentation — und mit welcher Qualifikation?
Fachübersetzer:innen mit Hintergrund in der jeweiligen Industrie, muttersprachlich in der Zielsprache. Nach ISO 17100 folgt auf die Übersetzung die Revision durch eine zweite qualifizierte Person. Reine Sprachkompetenz genügt nicht — entscheidend ist das Industrieverständnis.
Was kostet eine technische Übersetzung?
Der Aufwand hängt von Volumen, Sprachpaar, Fachgebiet und der Wiederverwendbarkeit aus dem Translation Memory ab. Bei wiederkehrender Dokumentation sinken die Kosten über die Zeit, weil geprüfte Inhalte nicht erneut übersetzt werden. Für eine belastbare Einschätzung erstellen wir gern ein konkretes Angebot.
Von der Definition zum konkreten Projekt
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