Wissen · Definition
Was ist Revision in der Übersetzung?
Die zweite, qualifizierte Prüfung nach ISO 17100 (Vier-Augen-Prinzip)
Revision ist die zweisprachige Prüfung einer Übersetzung durch eine zweite qualifizierte Person: Sie vergleicht den Zieltext mit dem Ausgangstext auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Terminologie und Eignung für den vereinbarten Zweck. Nach ISO 17100 ist die Revision ein verpflichtender Schritt jeder normkonformen Fachübersetzung – das Vier-Augen-Prinzip.
Die revidierende Person darf nicht mit der Übersetzer:in identisch sein und muss mindestens dieselbe fachliche Qualifikation mitbringen. So werden Fehler, Auslassungen und Inkonsistenzen erkannt, die beim einmaligen Übersetzen unentdeckt bleiben.
Revision, Lektorat oder Korrektorat – wo ist der Unterschied?
Der entscheidende Unterschied ist zweisprachig gegenüber einsprachig: Nur die Revision vergleicht mit dem Ausgangstext.
Revision
Vergleich von Ziel- und Ausgangstext durch eine zweite Fachübersetzer:in – auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Terminologie und Zweckeignung. Pflichtschritt nach ISO 17100.
Lektorat
Prüfung nur in der Zielsprache mit Fokus auf Stil, Sprache und Verständlichkeit; greift bei Bedarf stärker in den Text ein. Ohne Vergleich zum Ausgangstext.
Korrektorat
Rein formale Prüfung in der Zielsprache: Rechtschreibung, Grammatik, Typografie und einheitliche Schreibweisen. Ändert den Inhalt nicht.
Was wird bei der Revision geprüft?
- Richtigkeit & Vollständigkeit gegenüber dem Ausgangstext
- Terminologie-Konsistenz (Glossar und Translation Memory)
- Stil und Register passend zu Zweck und Zielgruppe
- Eignung für den vereinbarten Zweck (z. B. Fachpublikum, Publikation)
- Formale Korrektheit und Einhaltung der Projektvorgaben
Warum ist Revision Pflicht nach ISO 17100?
ISO 17100 regelt den qualitätsgesicherten Übersetzungsprozess. Kernbestandteil ist die Revision durch eine zweite qualifizierte Person – nicht als Kür, sondern als verbindlicher Prozessschritt. Damit ist die Übersetzung nicht das Ergebnis einer einzelnen Person, sondern eines dokumentierten Vier-Augen-Prozesses.
COMLOGOS führt die Revision als Standard aus und ist nach ISO 17100, ISO 18587 und ISO 9001 zertifiziert. Bei maschineller Vorübersetzung tritt an die Stelle der klassischen Revision das vollständige menschliche Post-Editing nach ISO 18587.
Weiterführend
Häufige Fragen zur Revision
Was ist Revision bei einer Übersetzung?
Revision ist die zweisprachige Prüfung einer Übersetzung durch eine zweite qualifizierte Person: Sie vergleicht Ziel- und Ausgangstext auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Terminologie und Eignung für den vereinbarten Zweck. Nach ISO 17100 ist die Revision ein verpflichtender Schritt jeder normkonformen Fachübersetzung.
Was ist der Unterschied zwischen Revision, Lektorat und Korrektorat?
Der entscheidende Unterschied ist zweisprachig oder einsprachig. Die Revision nach ISO 17100 vergleicht Ziel- und Ausgangstext. Lektorat und Korrektorat arbeiten nur in der Zielsprache: Das Korrektorat prüft Formales (Rechtschreibung, Grammatik, Typografie), das Lektorat zusätzlich Stil und Verständlichkeit.
Ist Revision nach ISO 17100 Pflicht?
Ja. ISO 17100 schreibt vor, dass jede Übersetzung von einer zweiten qualifizierten Person revidiert wird – das Vier-Augen-Prinzip. Die revidierende Person darf nicht mit der Übersetzer:in identisch sein und muss mindestens gleich qualifiziert sein.
Wer darf eine Revision durchführen?
Eine zweite Fachübersetzer:in, die mindestens dieselbe Qualifikation und dasselbe Fachwissen wie die ursprüngliche Übersetzer:in besitzt – und nicht mit ihr identisch ist.
Was wird bei der Revision geprüft?
Richtigkeit und Vollständigkeit gegenüber dem Ausgangstext, konsistente Terminologie, Stil und Register, die Eignung für den vereinbarten Zweck und die Zielgruppe sowie formale Korrektheit.
Übersetzung mit Revision nach ISO 17100
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