Glossar

Glossar – Fachbegriffe der technischen Übersetzung

164 Begriffe aus Maschinenbau, Automotive, eMobility, Batterietechnik, Intralogistik, Verpackung, Defence und mehr – verständlich erklärt, mit praxisnahem Übersetzungs-Tipp aus 19 Jahren Fachübersetzungs-Erfahrung.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Kein Eintrag gefunden. Probieren Sie es mit einem anderen Suchbegriff – oder setzen Sie die Filter zurück, indem Sie auf „Alle anzeigen" klicken.

A

ADAS

Automotive-Normen

Advanced Driver Assistance Systems – Fahrerassistenzsysteme, die den Fahrer in komplexen Situationen unterstützen oder das Fahrzeug teilautonom steuern. Dazu gehören Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Notbremsassistent und automatisierte Einparkfunktionen. ADAS-Komponenten unterliegen den strengen Sicherheitsanforderungen der ISO 26262 und sind ein zentrales Wachstumsfeld für Tier-2- und Tier-3-Zulieferer.

Übersetzungs-Tipp: ADAS-Funktionsnamen wie „Lane Keeping Assist“ oder „Adaptive Cruise Control“ werden in der Fachdoku oft im Original belassen. Bei Endkunden-Bedienungsanleitungen lokalisieren wir nach OEM-Vorgabe – jeder Hersteller hat eigene Marketing-Begriffe.

AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation)

eMobility-Normen

Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe; gilt seit 13. April 2024 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten und ersetzt die frühere AFID-Richtlinie. Sie setzt verbindliche, gestaffelte Ausbauziele für die öffentliche Ladeinfrastruktur – etwa Schnellladestationen ab 150 kW alle 60 km entlang des TEN-T-Kernnetzes bis Ende 2025 – sowie Vorgaben zu Ad-hoc-Laden, Bezahlung und Datenbereitstellung.

Übersetzungs-Tipp: „AFIR“ bleibt als Kürzel international; die amtliche Bezeichnung „Verordnung (EU) 2023/1804“ ist in jeder EU-Sprachfassung verfügbar. Übersetzungsrelevant sind Betreiber-Dokumentation, Nutzerhinweise an der Ladesäule und Datenfeld-Bezeichnungen – wir halten Begriffe und Pflichtangaben konsistent zur geltenden Fassung.

AGV (Automated Guided Vehicle)

Intralogistik & Logistik

Automatisch geführtes Fahrzeug, das festgelegten Routen oder Leitlinien folgt (z. B. induktiv, optisch oder per Magnetband). AGV ist die internationale Bezeichnung; im Deutschen entspricht ihm das einzelne FTS-Fahrzeug.

Übersetzungs-Tipp: „AGV“ bleibt international; in DE-Texten wird oft synonym „FTF“ (Fahrerloses Transportfahrzeug) genutzt. Wir entscheiden pro Zielmarkt zwischen AGV, FTF und FTS und halten die Wahl konsistent.

AIAG

Automotive-Normen

Automotive Industry Action Group – Verband nordamerikanischer Automobilhersteller, der zentrale Standards für die Automotive-Lieferkette definiert (insbesondere PPAP, APQP, FMEA). Während VDA der deutsche Pendant ist, dominiert AIAG die US-Lieferkette. Wir übersetzen regelmäßig AIAG-konforme Dokumente für DACH-Zulieferer, die OEMs in Nordamerika beliefern.

Übersetzungs-Tipp: AIAG-Akronyme nie übersetzen, immer im Original belassen. Bei Erstnennung in einem Text einmal ausschreiben.

AMR (Autonomous Mobile Robot)

Intralogistik & Logistik

Autonom navigierender mobiler Roboter, der – anders als das spurgebundene AGV – seine Route frei plant und Hindernissen ausweicht. Stark wachsendes Segment der modernen Intralogistik.

Übersetzungs-Tipp: „AMR“ bleibt im Original. Wichtig ist die saubere Abgrenzung zum AGV (frei navigierend vs. spurgeführt) – wir übersetzen die Unterscheidung konsequent, da sie technisch und vertraglich relevant ist.

Amtssprache

Sprachenwelt

Die offiziell anerkannte Sprache eines Staates oder einer Verwaltungseinheit, in der Behörden, Gerichte und Gesetze kommunizieren. Im EU-Kontext besonders relevant: Nach der EU-Maschinenverordnung 2023/1230 muss eine Betriebsanleitung in den Amtssprachen aller Länder vorliegen, in denen die Maschine in Verkehr gebracht wird. Wer in fünf EU-Ländern verkauft, braucht fünf Sprachen.

Übersetzungs-Tipp: Wichtig: Belgien hat drei Amtssprachen (Niederländisch, Französisch, Deutsch), die Schweiz vier. Hier lohnt sich vor Projektstart eine Rücksprache.

APQP

Automotive-Normen

Advanced Product Quality Planning – strukturierter Planungsprozess in der Automobilindustrie zur Entwicklung neuer Produkte, vom Konzept bis zur Serienreife. Pflichtprozess für IATF-zertifizierte Unternehmen, eng verzahnt mit PPAP und FMEA. Die zugehörige Doku ist umfangreich und wird in der globalen Lieferkette in viele Sprachen übersetzt.

Übersetzungs-Tipp: APQP-Dokumente enthalten viel Tabellen-Material und Prozess-Diagramme. Layout-Treue ist hier essenziell – gerne in Excel/PowerPoint oder als IDML übergeben.

ASD-STE100

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

ASD Simplified Technical English (Specification ASD-STE100) – international anerkannter Standard für kontrolliertes Englisch in der militärischen und Aerospace-Dokumentation, herausgegeben von der AeroSpace and Defence Industries Association of Europe. Definiert ein eingeschränktes Vokabular (etwa 900 zugelassene Wörter) und klare Satzregeln, um Mehrdeutigkeiten in sicherheitsrelevanten Texten zu vermeiden. Pflicht bei vielen Defence- und Aerospace-Programmen weltweit.

Übersetzungs-Tipp: STE-konforme Texte werden oft Tool-gestützt geprüft (HyperSTE, TechScribe Term Checker). Wir kennen die zugelassenen Wortlisten und liefern auf Wunsch englische Quelltexte oder Übersetzungen mit Validierungsbericht.

AS/RS (Automated Storage and Retrieval System)

Intralogistik & Logistik

Automatisiertes Lager- und Bereitstellungssystem aus Regalstruktur, Regalbediengeräten und Steuerung zur automatischen Ein- und Auslagerung. International gängiger Branchenbegriff.

Übersetzungs-Tipp: „AS/RS“ bleibt im Original; im Deutschen spricht man von „automatischem Lager- und Bereitstellungssystem“. Wir halten den Bezug zu den Komponenten (RBG, Shuttle) terminologisch konsistent.

ATEX

Verpackungs-Normen

Atmosphères Explosibles – EU-Richtlinien (2014/34/EU und 1999/92/EG) für den Explosionsschutz in Industrieanlagen. Relevant für alle Bereiche, in denen brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube auftreten – also Chemie, Pharma, Verpackung von Lebensmitteln (Mehl, Zucker), Lackier-Anlagen. Dokumente nach ATEX müssen extrem präzise übersetzt werden, weil Fehlübersetzungen Audits gefährden und im Schadensfall haftungsrelevant sind.

Übersetzungs-Tipp: ATEX-Begriffe wie „Zone 0“, „Zone 1“, „Ex-Schutz“ werden in vielen Sprachen ähnlich verwendet. Trotzdem prüfen: Im Spanischen variiert die Schreibweise je nach Land.

AWG

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Außenwirtschaftsgesetz – deutsches Gesetz zur Regelung des Außenwirtschaftsverkehrs, ergänzt durch die Außenwirtschaftsverordnung (AWV). Regelt insbesondere Ausfuhrbeschränkungen, Embargo-Vorschriften und Genehmigungspflichten für Dual-Use-Güter und Rüstungsexporte. Für Hersteller, die in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie einsteigen, ist die AWG-Compliance ein zentrales Thema.

Übersetzungs-Tipp: AWG-Anträge und Endverbleibserklärungen sind rechtlich heikel – wir übersetzen behördenkonform mit geprüfter Standardterminologie. Die rechtliche Bewertung selbst kommt von Ihren Compliance-Fachleuten.

B

BAAINBw

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr – zentrale Beschaffungsbehörde der Bundeswehr mit Sitz in Koblenz. Verantwortlich für die Ausschreibung, Beschaffung und den Lebenszyklus von Wehrmaterial. BAAINBw-Lastenhefte (TL = Technische Lieferbedingungen) sind das maßgebliche Vertragsdokument bei Aufträgen für die Bundeswehr und haben eine eigene formale Sprache.

Übersetzungs-Tipp: BAAINBw-Dokumente folgen festen Strukturvorgaben (TL-Reihen, Technische Forderungen). Übersetzungen müssen die formalen Bezeichnungen exakt übernehmen – wir prüfen vor Lieferung gegen die offizielle Terminologie.

BAFA

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – deutsche Behörde mit Sitz in Eschborn, zuständig für die Genehmigung von Exporten genehmigungspflichtiger Güter (Dual-Use, Rüstungsgüter). Hersteller, die in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie einsteigen, kommen am BAFA nicht vorbei: Hier werden Ausfuhrgenehmigungen beantragt, Endverbleibserklärungen geprüft und Embargo-Bestimmungen durchgesetzt.

Übersetzungs-Tipp: BAFA-Genehmigungsdokumente und Antragsformulare folgen festen Vorlagen. Wir übersetzen begleitende technische Beschreibungen, Produktdatenblätter und Endverbleibserklärungen – behördenkonform und mit geprüfter Standardformulierung.

Battery Passport (Digitaler Batteriepass)

Batterie-Begriffe

Digitaler Produktpass für Batterien, eingeführt durch die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542. Er bündelt modell- und exemplarspezifische Informationen – CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteil, Haltbarkeit, Materialzusammensetzung und Prüfdaten – und ist über einen QR-Code abrufbar. Verpflichtend ab dem 18. Februar 2027 für EV-Batterien, LV-Batterien (leichte Verkehrsmittel) und Industriebatterien über 2 kWh. Der Batteriepass ist zugleich der erste verpflichtende Anwendungsfall des Digitalen Produktpasses (DPP) und damit Vorreiter für weitere Produktgruppen.

Übersetzungs-Tipp: Im Deutschen ist „digitaler Batteriepass“ etabliert, international „battery passport“. Da der Pass mehrsprachige Pflichtangaben über QR-Code bereitstellt, sind konsistente, geprüfte Übersetzungen der Datenfelder entscheidend – wir sichern Terminologie und Vollständigkeit über alle Zielsprachen.

BEV

Automotive-Begriffe

Battery Electric Vehicle – vollelektrisches Fahrzeug, das ausschließlich von einer Batterie und einem Elektromotor angetrieben wird. Abgrenzung zu HEV (Hybrid), PHEV (Plug-in-Hybrid) und FCEV (Brennstoffzelle). Im Automotive-Doku-Alltag ein zentrales Akronym, weil Zulieferer parallele Produktlinien für ICE und BEV pflegen müssen.

Übersetzungs-Tipp: BEV bleibt als Akronym in fast allen Sprachen unverändert. Bei Erstnennung im Text einmal ausschreiben.

BMS (Battery Management System)

Batterie-Begriffe

Elektronisches Steuerungssystem, das eine Batterie überwacht und schützt: Zellspannungen, Temperatur, Ladezustand (SoC) und Gesundheitszustand (SoH), dazu Zellbalancing und Sicherheitsabschaltungen. Das BMS ist sicherheits- und leistungskritisch in Elektrofahrzeugen und stationären Speichern.

Übersetzungs-Tipp: „BMS“ bleibt als Kürzel international. Übersetzungsrelevant sind Diagnosetexte, Fehlercodes sowie Warn- und HMI-Meldungen – hier sind Konsistenz und exakte Terminologie (SoC, SoH) sicherheitsrelevant.

Bordnetz

Automotive-Begriffe

Gesamtheit der elektrischen Energieversorgung und -verteilung im Fahrzeug – von der Batterie über Leitungen, Sicherungen und Steuergeräte bis zu den Verbrauchern. In Elektrofahrzeugen unterscheidet man Hochvolt-Bordnetz (Antrieb, Laden) und Niedervolt-Bordnetz (Steuerung, Komfort). Eng verbunden mit dem Kabelbaum, aber nicht damit gleichzusetzen.

Übersetzungs-Tipp: „Bordnetz“ hat je nach Kontext unterschiedliche Entsprechungen – „vehicle electrical system“, „on-board power network“ oder, enger gefasst, „wiring harness“ für den Kabelbaum. Wir klären die gemeinte Ebene vor der Übersetzung, um Verwechslungen zu vermeiden.

C

CAT-Tool

Übersetzungs-Begriffe

Computer-Aided Translation Tool – Software, die Fachübersetzer bei der Arbeit unterstützt, indem sie Texte in Segmente zerlegt, Übersetzungs-Speicher (Translation Memory) und Terminologie-Datenbanken anbindet und Qualitätsprüfungen automatisiert. Wichtige Vertreter: SDL Trados Studio, memoQ, Across. CAT-Tools sind heute der Standard professioneller Übersetzungsarbeit – sie sparen Kosten, sichern Konsistenz und sind nicht zu verwechseln mit maschineller Übersetzung.

Übersetzungs-Tipp: CAT-Tool ist NICHT dasselbe wie KI-Übersetzung. CAT-Tools nutzen Translation Memory; KI-Übersetzung generiert neuen Text. Kunden verwechseln das oft – wir klären es gerne im Briefing.

CCMS

Datei- und Tool-Formate

Component Content Management System – Redaktionssystem für modulare technische Dokumentation. Statt vollständige Handbücher zu schreiben, werden einzelne Module (z. B. Sicherheitshinweise, Bedienschritte) zentral verwaltet und je nach Bedarf zu Dokumenten zusammengesetzt. Bekannte CCMS: SCHEMA ST4, COSIMA, TIM-RS. Vorteil: Übersetzungs-Kosten sinken drastisch, weil jedes Modul nur einmal übersetzt wird.

Übersetzungs-Tipp: Bei CCMS arbeiten wir direkt im Export-Format (XML/DITA) und liefern die übersetzten Module zurück. Wir kennen die wichtigsten Systeme und deren Export-Workflows.

CE-Konformitätserklärung

Maschinenbau-Normen

Schriftliche Erklärung des Herstellers, dass ein Produkt den geltenden EU-Richtlinien entspricht. Pflicht für viele Produkte, die in der EU in Verkehr gebracht werden – insbesondere Maschinen, Elektrogeräte und Medizinprodukte. Die CE-Erklärung muss in allen Amtssprachen der Zielländer mitgeliefert werden. Eine fehlerhafte Übersetzung kann Marktrückzug, Bußgelder und Haftungsrisiken bedeuten.

Übersetzungs-Tipp: CE-Erklärungen sind kurz, aber rechtlich heikel. Hier gilt immer das Vier-Augen-Prinzip nach ISO 17100 – keine maschinelle Übersetzung.

21 CFR Part 11

Verpackungs-Normen

Title 21, Code of Federal Regulations, Part 11 – US-FDA-Regelwerk für elektronische Aufzeichnungen und elektronische Signaturen in regulierten Industrien (Pharma, Medizintechnik, Biotech). Definiert Anforderungen an Software-Validierung, Audit-Trails, Zugriffskontrolle und elektronische Unterschriften. Pflicht für US-Marktzugang von Pharma- und Medizinprodukten – und für die zugehörige IQ/OQ/PQ-Dokumentation.

Übersetzungs-Tipp: 21 CFR Part 11 wird im Englischen mit fester Schreibweise referenziert und bleibt in allen Sprachen unverändert. Übersetzungen betreffen nur Begleittexte, SOPs und Validierungsprotokolle – die regulatorischen Anforderungen selbst werden nie frei übersetzt.

CIP / SIP

Verpackungs-Normen

Cleaning in Place / Sterilization in Place – Reinigungs- und Sterilisationsverfahren in geschlossenen Anlagen, ohne Demontage der Anlagenkomponenten. CIP entfernt Produktrückstände, SIP sterilisiert die Anlage anschließend für den nächsten Produktionszyklus. Beide Verfahren sind in Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie Standard und müssen in Validierungsdokumentation, SOPs und Bedienanleitungen exakt beschrieben sein.

Übersetzungs-Tipp: CIP und SIP bleiben in allen Sprachen englisch – auch in der deutschen Doku. Die zugehörigen Parameter (Temperatur, Konzentration, Zeit) sind validierungsrelevant und werden nie übersetzt, nur erläutert.

CLP-Verordnung

Pharma- & Chemie-Normen

Die CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über Classification, Labelling and Packaging) regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen in der EU und setzt das global harmonisierte System (GHS) um. Sie bestimmt, welche Gefahrenpiktogramme, Signalwörter sowie H- und P-Sätze auf Etiketten und in Sicherheitsdatenblättern erscheinen müssen. Die jüngste Revision (EU) 2024/2865 wurde per „Stop-the-clock"-Verordnung auf den 1. Januar 2028 verschoben.

Übersetzungs-Tipp: Signalwörter, H- und P-Sätze haben amtliche, sprachverbindliche Wortlaute — diese werden aus der Verordnung übernommen, nicht übersetzt. Etikett und Sicherheitsdatenblatt müssen dieselbe Terminologie tragen.

CMRT

Automotive-Normen

Conflict Minerals Reporting Template – standardisiertes Formular zur Erfassung von Konfliktrohstoffen (Tantal, Wolfram, Zinn, Gold) in der Lieferkette. Pflicht für Tier-Zulieferer, die an US-amerikanische OEMs liefern (Dodd-Frank Act). Wird oft zusammen mit IMDS-Daten gepflegt und in mehreren Sprachen ausgefüllt.

Übersetzungs-Tipp: CMRT-Formulare sind sehr strukturiert, Übersetzung erfolgt meist nur für Begleitschreiben und freie Textfelder. Tabellen-Daten bleiben unverändert.

COMOS

Anlagentechnik-Begriffe

Anlagentechnik-Software von Siemens für Anlagenplanung, Engineering und Lebenszyklus-Management von Prozessanlagen. Wird in der chemischen Industrie, Pharma und Anlagenbau eingesetzt. COMOS-Exporte (oft XML-basiert) enthalten Anlagen-Topologien, P&IDs und Engineering-Daten, die in der globalen Anlagen-Doku übersetzt werden müssen.

Übersetzungs-Tipp: COMOS-Exporte am besten als XML übergeben – wir verarbeiten sie direkt ohne Konvertierungsverluste.

COSIMA

Datei- und Tool-Formate

Komponentenbasiertes Redaktionssystem (CCMS) der Firma DOSCO, eingesetzt in der technischen Dokumentation. Verwaltet Doku-Module und Variablen für unterschiedliche Produkt-Varianten. Übersetzungen erfolgen direkt am Modul – ein einzelnes Modul wird einmal übersetzt und in allen Publikationen wiederverwendet, in denen es vorkommt.

Übersetzungs-Tipp: Bei COSIMA-Projekten arbeiten wir mit den XML-Exporten direkt. Das spart Konvertierungsaufwand und sichert Layout-Treue über alle Sprachen.

CSV (Computer System Validation)

Pharma- & Chemie-Normen

Die Computer System Validation (CSV) ist der dokumentierte Nachweis, dass computergestützte Systeme in regulierten (GxP-)Umgebungen zuverlässig und reproduzierbar arbeiten. Sie ist eng mit EU GMP Annex 11 und der FDA-Regelung 21 CFR Part 11 verknüpft und stützt sich auf Qualifizierungsschritte wie IQ/OQ/PQ. Validierungsdokumente sind regelmäßig zu übersetzen.

Übersetzungs-Tipp: Das Kürzel CSV bleibt im Original (Verwechslungsgefahr mit dem Dateiformat per Kontext ausschließen). Validierungsbegriffe konsistent zu IQ/OQ/PQ und Annex 11 führen.

Cyber Resilience Act (CRA)

IT & Software-Begriffe

Verordnung (EU) 2024/2847 mit horizontalen Cybersicherheitsanforderungen für „Produkte mit digitalen Elementen“ (Hard- und Software). In Kraft seit Dezember 2024; Meldepflichten ab September 2026, die Hauptpflichten ab Dezember 2027. Verlangt unter anderem sichere Entwicklung, Schwachstellenmanagement und CE-Kennzeichnung – und ergänzt die NIS2-Richtlinie auf Produktebene.

Übersetzungs-Tipp: „Cyber Resilience Act“ und „CRA“ bleiben im Original. Wir übersetzen die zugehörige technische Dokumentation, Konformitätsunterlagen und Sicherheitshinweise – mit konsistenter Terminologie zu Ihren übrigen CE-Dokumenten.

D

Digitaler Produktpass (DPP)

IT & Software-Begriffe

Strukturierter, elektronischer Datensatz, der Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus bündelt – Materialzusammensetzung, Herkunft, Reparatur- und Recyclinghinweise, Umweltkennzahlen – und über einen maschinenlesbaren Datenträger, meist einen QR-Code, abrufbar ist. Rechtsgrundlage ist die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR, Verordnung (EU) 2024/1781), in Kraft seit 18. Juli 2024; die konkreten Anforderungen kommen produktgruppenweise über delegierte Rechtsakte. Erster verpflichtender DPP ist der digitale Batteriepass (ab 18. Februar 2027 über die EU-Batterieverordnung 2023/1542); weitere Produktgruppen wie Textilien, Elektronik und Bauprodukte folgen gestaffelt.

Übersetzungs-Tipp: Der DPP ist von Grund auf mehrsprachig – Produktdaten müssen in den Sprachen der jeweiligen Zielmärkte verfügbar sein. „Digital Product Passport“ und „DPP“ bleiben international, im Deutschen ist „digitaler Produktpass“ etabliert. Entscheidend sind konsistente, geprüfte Übersetzungen der einzelnen Datenfelder über alle Sprachen – hier zahlt sich gepflegte Terminologie unmittelbar aus.

DIN EN 415

Verpackungs-Normen

Normenreihe zur Sicherheit von Verpackungsmaschinen (mehrere Teile für verschiedene Maschinentypen). Sie ist Pflicht-Grundlage der CE-Konformität und auf der Verpackungsmaschinen-Seite bereits in der FAQ genannt.

Übersetzungs-Tipp: „DIN EN 415“ (mit Teilangabe, z. B. „EN 415-3“) bleibt unverändert. Übersetzungsrelevant sind Sicherheits- und Bedienhinweise sowie Restrisiko-Beschreibungen – hier ist normkonforme, konsistente Terminologie wichtig.

DIN EN 60204

Maschinenbau-Normen

Norm für die elektrische Ausrüstung von Maschinen (Teil 1: allgemeine Anforderungen). Sie ist eine Pflicht-Grundlage der CE-Konformität und Brücke zum Schaltschrankbau – relevant überall dort, wo Maschinensteuerung und Schaltanlagen dokumentiert werden.

Übersetzungs-Tipp: „DIN EN 60204“ (bzw. „IEC 60204“) bleibt unverändert. Übersetzungsrelevant sind Schaltungs-, Schutz- und Wartungstexte – wir halten die Terminologie konsistent zu verwandten Normen wie DIN EN 61439 und IEC 61140.

DIN EN 61439

Maschinenbau-Normen

Europäische Normenreihe für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. Definiert Anforderungen an Aufbau, Prüfung und Dokumentation von Schaltschränken und Schaltanlagen bis 1000 V Wechselspannung. Pflicht für CE-Konformität im Schaltschrankbau – die Norm regelt unter anderem Prüfanforderungen, Schutzarten, Kennzeichnung und Begleitdokumentation in allen Amtssprachen der Zielländer.

Übersetzungs-Tipp: DIN EN 61439 enthält viele Tabellen mit Bemessungswerten, Schutzklassen und Prüfkriterien. Diese Werte werden NIE übersetzt – nur Beschreibungen, Hinweise und Begleittexte. Normennummer bleibt in allen Sprachen unverändert.

DITA

Datei- und Tool-Formate

Darwin Information Typing Architecture – XML-basierter Standard für strukturierte, modulare technische Dokumentation. Wird häufig in CCMS verwendet und ermöglicht Wiederverwendung von Inhalten über mehrere Dokumente hinweg. DITA-Topics werden separat übersetzt und automatisch in unterschiedliche Publikationen eingebettet.

Übersetzungs-Tipp: DITA-Übersetzungen brauchen besondere Sorgfalt bei Conrefs (Content References) – wir prüfen alle Querverweise vor Lieferung.

DORA (Digital Operational Resilience Act)

IT & Software-Begriffe

Verordnung (EU) 2022/2554 zur digitalen operationalen Resilienz des Finanzsektors. Gilt seit Januar 2025 und verpflichtet Banken, Versicherer und ihre IKT-Dienstleister zu Risikomanagement, Vorfallmeldung, Resilienztests und strenger Steuerung von Drittanbietern. Relevant für Software- und IT-Dienstleister, die den Finanzsektor beliefern.

Übersetzungs-Tipp: „DORA“ bleibt als Kürzel. Vertrags- und Compliance-Dokumente in diesem Umfeld sind rechtlich heikel – wir übersetzen mit geprüfter Standardterminologie; die rechtliche Bewertung selbst bleibt bei Ihren Fachleuten.

Dual-Use-Verordnung

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

EU-Verordnung 2021/821 zur Kontrolle der Ausfuhr von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck – also Produkten, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Regelt Genehmigungspflichten, Listenführung und Endverbleibsnachweise für sensitive Technologien wie Sensorik, Verschlüsselung, Werkstoffe und Maschinen. Zentrale rechtliche Grundlage für viele Industrieunternehmen, die in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie einsteigen.

Übersetzungs-Tipp: Die Anhänge der Dual-Use-Verordnung listen die kontrollierten Güter mit offiziellen Bezeichnungen. Diese werden NIE frei übersetzt – wir nutzen die amtlichen Übersetzungen aus dem EU-Amtsblatt.

E

E-Achse

Automotive-Begriffe

Kompakte Antriebseinheit für Elektrofahrzeuge, die Elektromotor, Leistungselektronik (Inverter) und Getriebe in einer Baugruppe integriert. Die E-Achse (engl. „eAxle“) ist ein zentrales Bauteil moderner BEV-Plattformen und ein wichtiges Geschäftsfeld für Tier-1- und Tier-2-Zulieferer.

Übersetzungs-Tipp: Im Englischen ist „eAxle“ gebräuchlich (auch „electric drive unit“, „EDU“). Wir halten die OEM-spezifische Bezeichnung konsistent – Hersteller verwenden hier teils eigene Produktnamen.

eCTD

Pharma- & Chemie-Normen

Das electronic Common Technical Document (eCTD) ist das elektronische Standardformat für die Einreichung von Zulassungsdossiers bei Behörden wie EMA und FDA. Sein Inhalt ist in fünf Module gegliedert, von denen Modul 1 regional und sprachspezifisch ist. Das Format strukturiert große Mengen an Zulassungsunterlagen einheitlich.

Übersetzungs-Tipp: Die Modulstruktur bleibt unverändert; übersetzt wird der Inhalt, nicht die Architektur. Modul 1 (regionale Informationen) ist sprach- und länderspezifisch und besonders sorgfältig zu behandeln.

ECU

Automotive-Begriffe

Electronic Control Unit – Steuergerät im Fahrzeug, das eine bestimmte Funktion oder Funktionsgruppe regelt (Motor, Getriebe, ABS, Airbag, Infotainment). Moderne Fahrzeuge enthalten 50–100 ECUs, vernetzt über CAN-, LIN-, FlexRay- und Ethernet-Bussysteme. ECU-Entwicklung unterliegt strengen Sicherheitsanforderungen nach ISO 26262 und zunehmend Cybersecurity-Vorgaben nach ECE R155.

Übersetzungs-Tipp: ECU bleibt als Akronym international Standard. In Fachdoku oft präzisiert: „Engine ECU“, „Brake ECU“, „Domain Controller“. Diese funktionalen Präzisierungen werden lokalisiert, das Akronym ECU bleibt.

EHEDG

Verpackungs-Normen

European Hygienic Engineering & Design Group – Konsortium, das Hygienestandards für die Lebensmittel- und Pharma-Verarbeitung definiert. EHEDG-zertifizierte Anlagen erfüllen strenge Reinigbarkeit-Anforderungen, die in der Doku exakt wiedergegeben werden müssen. Relevant insbesondere für Verpackungsmaschinen-Hersteller, die Lebensmittel-Kunden beliefern.

Übersetzungs-Tipp: EHEDG-Begriffe wie „CIP“ (Cleaning in Place) und „SIP“ (Sterilization in Place) bleiben in allen Sprachen englisch.

eIFU

Medizintechnik-Normen

Eine eIFU (electronic Instructions for Use) ist die elektronische Bereitstellung der Gebrauchsanweisung statt oder ergänzend zur Papierform. Für bestimmte Produkte und professionelle Anwender ist sie nach der Verordnung (EU) 2021/2226 unter definierten Bedingungen zulässig. Inhaltlich gelten dieselben Anforderungen wie für die gedruckte Gebrauchsanweisung.

Übersetzungs-Tipp: Auch elektronisch bereitgestellte Gebrauchsanweisungen unterliegen den vollständigen Sprachpflichten; bei mehrsprachigen Portalen ist auf konsistente Versionierung und korrekte Sprachzuordnung zu achten.

EMA

Pharma- & Chemie-Normen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency, EMA) ist die EU-Behörde, die Humanarzneimittel wissenschaftlich bewertet und überwacht. Über das zentralisierte Verfahren koordiniert sie die EU-weite Zulassung und gibt verbindliche Vorlagen für die Produktinformation heraus. Für übersetzte Texte ist sie damit der maßgebliche Bezugspunkt jeder europäischen Zulassung.

Übersetzungs-Tipp: Produktinformationen (Fachinformation, Packungsbeilage, Etikett) folgen den QRD-Templates der EMA in jeder EU-Amtssprache. Standardpassagen werden nicht frei übersetzt, sondern aus der jeweils gültigen sprachspezifischen Vorlage übernommen.

EN 528

Intralogistik & Logistik

Europäische Norm mit den Sicherheitsanforderungen für Regalbediengeräte (RBG) – schienengeführte Geräte zur automatischen Ein- und Auslagerung in Hochregallagern. Sie ist maßgeblich für die CE-Konformität und die Sicherheitsdokumentation automatisierter Lager.

Übersetzungs-Tipp: Die Normnummer „EN 528“ bleibt unverändert; im Deutschen ist „Regalbediengerät (RBG)“ der Fachbegriff, international meist „storage and retrieval machine“. Wir halten die Gerätebezeichnung über Betriebsanleitung, Sicherheitshinweise und HMI konsistent.

EN 9100

Maschinenbau-Normen

QM-Norm für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung – das Aerospace-Pendant zur Automotive-Norm IATF 16949, aufbauend auf ISO 9001. Relevant für Zulieferer, die in Defence- und Aerospace-Lieferketten einsteigen.

Übersetzungs-Tipp: „EN 9100“ bleibt unverändert (international auch „AS9100“ / „JISQ 9100“). Übersetzungsrelevant sind QM-Handbücher, Prozess- und Auditdokumente – hier ist konsistente QM-Terminologie (Rückverfolgbarkeit, Konfigurationsmanagement) wichtig.

EN ISO 13849

Maschinenbau-Normen

Norm für die sicherheitsbezogenen Teile von Steuerungen – sie bewertet über den Performance Level (PL), wie zuverlässig eine Sicherheitsfunktion ausgeführt wird. Querschnittsnorm des Maschinenbaus, auch für die FTS-Sicherheit in der Intralogistik relevant.

Übersetzungs-Tipp: „EN ISO 13849“ und „Performance Level (PL)“ bleiben unverändert. Übersetzungsrelevant sind Risikobeurteilung und Sicherheitsnachweise – hier ist normkonforme, konsistente Terminologie (PL, Kategorie, MTTF) sicherheitskritisch.

EN ISO 15118

eMobility-Normen

Normenreihe für die Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladesäule. Sie ist die Grundlage für „Plug & Charge“ – die automatische, sichere Authentifizierung und Abrechnung allein durch Einstecken des Kabels – und für bidirektionales Laden (V2G). Durch die AFIR-Vorgaben gewinnt die Norm zunehmend an Verbindlichkeit.

Übersetzungs-Tipp: Normnummer und „Plug & Charge“ bleiben unverändert. Übersetzungsrelevant sind die begleitenden technischen Beschreibungen sowie Sicherheits- und HMI-Texte – hier ist exakte, konsistente Terminologie (Zertifikate, Authentifizierung, V2G) entscheidend.

EN ISO 16090

Maschinenbau-Normen

Europäische Norm für Sicherheitsanforderungen an Bearbeitungszentren, Fräsmaschinen und Transferzentren. Pflicht für CE-Konformität von Werkzeugmaschinen. Enthält detaillierte Vorgaben zu Schutzeinrichtungen, Steuerungssicherheit und Notabschaltung. Übersetzungen müssen die exakten Normen-Begriffe übernehmen.

Übersetzungs-Tipp: Normennummern werden NIE übersetzt. „EN ISO 16090“ bleibt in allen Sprachen identisch. Nur Beschreibungen drumherum werden lokalisiert.

Endverbleibserklärung

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Engl. End-Use Certificate (EUC) – verbindliche Erklärung des Empfängers eines genehmigungspflichtigen Gutes, das Produkt nur für den angegebenen Zweck und im angegebenen Land zu verwenden und nicht weiter zu exportieren. Pflichtbestandteil vieler BAFA-Anträge und Dual-Use-Genehmigungen. Bei Verstoß drohen empfindliche Sanktionen für Hersteller UND Empfänger.

Übersetzungs-Tipp: Endverbleibserklärungen folgen festen Formularvorlagen. Wir übersetzen die Begleittexte und produkt- bzw. kundenspezifischen Felder – die rechtlichen Standardklauseln werden NIE frei übersetzt, sondern aus den behördlichen Mustervorlagen übernommen.

Engineering

Anlagentechnik-Begriffe

Im Anlagenbau-Kontext: Die Phase der technischen Planung und Auslegung einer Anlage – von Verfahrenstechnik über Layout und Apparatebau bis zur Mess- und Regeltechnik. Engineering-Dokumentation umfasst Lastenhefte, Spezifikationen, P&IDs, 3D-Modelle und Datenblätter. Engineering-Texte sind oft mehrsprachig: deutsche Engineering-Teams arbeiten mit Kunden weltweit, lokale Behörden fordern Dokumente in Landessprache.

Übersetzungs-Tipp: Engineering-Doku ist heterogen: Word, Excel, CAD-Exports, PDF, XML, oft alles parallel. Wir nehmen die Sourcen wie sie kommen und sortieren den Workflow.

EPLAN

Datei- und Tool-Formate

Branchenstandard-Software der EPLAN GmbH für Elektrokonstruktion und Schaltplanerstellung. Wird im Schaltschrankbau, in der Automatisierungstechnik und Maschinensteuerung weltweit eingesetzt. EPLAN erzeugt Stromlauf- und Klemmenpläne, Stücklisten und Klemmenleisten-Diagramme – die zugehörigen Texte (Bezeichnungen, Funktionsbeschreibungen, Bauteilkommentare) müssen für Servicetechniker in den Zielmärkten übersetzt werden.

Übersetzungs-Tipp: EPLAN-Projekte bitte als XML-Export (EPLAN Pro Panel oder Electric P8) übergeben. So bleiben Strukturen und Querverweise intakt. Bauteilnummern und Klemmenbezeichnungen werden NIE übersetzt – nur Klartext-Funktionsbeschreibungen.

EU AI Act 2024/1689

IT & Software-Begriffe

Verordnung (EU) 2024/1689 – der weltweit erste umfassende Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz. Reguliert KI risikobasiert: verbotene Praktiken, Hochrisiko-Systeme mit strengen Pflichten, Transparenzpflichten für KI mit begrenztem Risiko. Die Geltung ist gestaffelt – verbotene Praktiken seit Februar 2025, Pflichten für Allzweck-KI (GPAI) seit August 2025, der Großteil der Hochrisiko-Regeln ab August 2026. Für die Übersetzungsbranche relevant, weil KI-gestützte Workflows nachvollziehbar, transparent und menschlich kontrolliert sein müssen.

Übersetzungs-Tipp: Der Verordnungstext liegt amtlich in allen EU-Amtssprachen vor – Zitate und Artikelbezüge übernehmen wir aus dem EU-Amtsblatt, nie frei übersetzt. „AI Act“ bzw. „KI-Verordnung“ je nach Zielsprache konsistent halten.

EU-Batterieverordnung 2023/1542

Batterie-Begriffe

Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien; in Kraft seit 17. August 2023, direkt anwendbar seit 18. Februar 2024. Sie ersetzt die alte Batterierichtlinie und regelt den gesamten Lebenszyklus – CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile, Kennzeichnung, Sammlung, Recycling, Sorgfaltspflichten und den digitalen Batteriepass. Die Pflichten greifen gestaffelt: u. a. Batteriepass und QR-Code ab 18. Februar 2027, Sorgfaltspflichten (verschoben durch VO 2025/1561) ab 18. August 2027.

Übersetzungs-Tipp: Die amtliche Bezeichnung „Verordnung (EU) 2023/1542“ und die Nummer bleiben unverändert; bei Verweisen nutzen wir die jeweils amtliche EU-Sprachfassung. Frist- und Pflichtangaben übersetzen wir präzise und prüfen sie gegen die geltende Fassung.

EU GMP Annex 15

Verpackungs-Normen

Anhang 15 des EU-GMP-Leitfadens zu Qualifizierung und Validierung in der Pharma-Produktion und -Verpackung. Er verbindet GMP mit dem Qualifizierungsprozess IQ/OQ/PQ.

Übersetzungs-Tipp: „EU GMP Annex 15“ und „IQ/OQ/PQ“ bleiben unverändert. Übersetzungsrelevant sind Validierungs- und Qualifizierungsdokumente – in der regulierten Pharma-Welt ist exakte, prüffeste Terminologie entscheidend (Leitmotiv Risikoreduktion).

EU-Maschinenverordnung 2023/1230

Maschinenbau-Normen

Neue EU-Verordnung (ersetzt die alte Maschinenrichtlinie 2006/42/EG), die seit 2023 die Sicherheits- und Kennzeichnungspflichten für Maschinen in der EU regelt. Vollständige Geltung ab 2027. Wichtigste Neuerungen: Erweiterte Pflichten für autonome und KI-gestützte Maschinen, neue Vorgaben für Cybersecurity und digitale Bedienungsanleitungen. Pflicht-Übersetzung in alle Amtssprachen der Zielmärkte.

Übersetzungs-Tipp: Achtung: „Verordnung“ (Regulation) hat in der EU-Welt anderen Rechtscharakter als „Richtlinie“ (Directive). Verordnungen gelten direkt – Richtlinien müssen erst umgesetzt werden. Wichtig bei juristischen Übersetzungen!

F

FANUC

CNC-Steuerungen

Japanischer Hersteller von CNC-Steuerungen, Robotern und Werkzeugmaschinen-Komponenten. FANUC-Steuerungen sind besonders im asiatischen Markt verbreitet, aber auch in Europa und Nordamerika weit eingesetzt. Die FANUC-Bediensprache und Programmier-Syntax unterscheidet sich von Siemens SINUMERIK und Heidenhain TNC.

Übersetzungs-Tipp: FANUC-Bedientexte oft als CSV oder TXT übergeben, wir prüfen vor Übersetzung die Zeichenlimits pro Feld.

FDA

Verpackungs-Normen

Food and Drug Administration – US-Behörde, die Lebensmittel, Arzneimittel, Medizinprodukte und Kosmetika regelt. Für deutsche Hersteller, die in die USA exportieren, bedeutet FDA-Konformität eine eigene Welt von Dokumentations-Anforderungen: 21 CFR Part 11 (elektronische Aufzeichnungen), 21 CFR Part 820 (Medizinprodukte-Qualitätsmanagement). Übersetzungen müssen FDA-Terminologie exakt treffen.

Übersetzungs-Tipp: FDA-Begriffe wie „GMP“, „cGMP“ (current GMP), „IND“, „NDA“ werden im Original belassen – nicht eindeutschen!

FMEA

Automotive-Normen

Failure Mode and Effects Analysis – Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse. Systematische Methode zur Vorab-Identifizierung möglicher Fehler in Produkten oder Prozessen. Pflicht für IATF-zertifizierte Automotive-Zulieferer. Unterscheidung in Design-FMEA (Produkt) und Prozess-FMEA (Fertigung). FMEA-Tabellen werden oft in Excel oder spezialisierter Software gepflegt – Übersetzung erfordert Tabellen-Treue.

Übersetzungs-Tipp: FMEA-Tabellen enthalten Risikoprioritätszahlen (RPZ) – diese Zahlen NIE übersetzen. Nur die Beschreibungsspalten lokalisieren.

FrameMaker

Datei- und Tool-Formate

Adobe FrameMaker – professionelles Redaktionssystem für lange, strukturierte technische Dokumentation. Stark in Maschinenbau, Anlagenbau und Luftfahrt verbreitet. Export-Format MIF (Maker Interchange Format) wird direkt in CAT-Tools verarbeitet. Vorteil: Variablen, Querverweise und automatisch generierte Inhaltsverzeichnisse bleiben über Sprachen hinweg konsistent.

Übersetzungs-Tipp: FrameMaker am besten als MIF übergeben (nicht als FM). Wir konvertieren das in unsere CAT-Tools und liefern fertig formatiert zurück.

FTS (Fahrerloses Transportsystem)

Intralogistik & Logistik

Oberbegriff für automatisch gesteuerte, fahrerlose Transportfahrzeuge und ihre Leitsteuerung in der Intralogistik. Das FTS umfasst die Fahrzeuge (z. B. AGV, AMR) und das übergeordnete Leitsystem.

Übersetzungs-Tipp: „FTS“ ist der deutsche Standardbegriff, international entspricht ihm „AGV system“ bzw. „AGVS“. Wir klären früh, ob „FTS“ das Gesamtsystem oder das einzelne Fahrzeug meint, und übersetzen entsprechend eindeutig.

Funktionale Äquivalenz

Übersetzungs-Begriffe

Funktionale Äquivalenz ist das Leitprinzip der juristischen Fachübersetzung: Statt ein Rechtswort wörtlich zu übertragen, wird der Begriff gewählt, der im Zielrechtssystem dieselbe Funktion erfüllt. Da deutsches Zivilrecht und angelsächsisches Common Law oft keine deckungsgleichen Entsprechungen kennen — etwa bei „trust“ oder „consideration“ —, verhindert dieser Ansatz juristische Scheinäquivalente. Wo es keine Entsprechung gibt, bleibt der Quellbegriff stehen und wird erläutert.

Übersetzungs-Tipp: Keine Eins-zu-eins-Übertragung aus dem Wörterbuch — erst die Rechtsfunktion im Zielsystem klären, dann den Begriff wählen. Fehlt eine Entsprechung, Quellbegriff beibehalten und in Klammer oder Anmerkung erklären; nie ein ähnlich klingendes, aber rechtlich abweichendes Wort verwenden.

G

G-Code

CNC-Steuerungen

Standardisierte Programmiersprache zur Steuerung von CNC-Werkzeugmaschinen. G-Code-Programme bestehen aus Maschinenbefehlen (z. B. G01 für lineare Bewegung) und werden meist automatisch aus CAM-Systemen generiert. In CNC-Programmierhandbüchern werden G-Code-Befehle mit beschreibenden Kommentaren ergänzt – nur diese Kommentare werden übersetzt, nie die Befehle selbst.

Übersetzungs-Tipp: Faustregel: Alles nach Semikolon (;) oder in Klammern () in einer G-Code-Zeile ist Kommentar und darf übersetzt werden. Der Befehlsteil bleibt unverändert.

GCP (Good Clinical Practice)

Pharma- & Chemie-Normen

Good Clinical Practice (Gute klinische Praxis) ist der internationale ethische und wissenschaftliche Qualitätsstandard für Planung, Durchführung und Berichterstattung klinischer Prüfungen (ICH E6). GCP schützt die Rechte und Sicherheit der Studienteilnehmenden und sichert die Glaubwürdigkeit der Daten. Betroffen sind Prüfpläne, Einwilligungserklärungen und Studienberichte.

Übersetzungs-Tipp: „Gute klinische Praxis“ ist die etablierte deutsche Entsprechung; das Kürzel GCP bleibt gebräuchlich. Studiendokumente terminologisch streng konsistent halten — insbesondere bei der Einwilligungserklärung (Informed Consent Form).

GHS

Verpackungs-Normen

Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals – weltweit einheitliches System zur Kennzeichnung gefährlicher Stoffe. Definiert standardisierte Gefahren-Piktogramme, Signalwörter („Gefahr“ / „Achtung“) und H- und P-Sätze (Hazard / Precautionary Statements). Pflicht für alle Sicherheitsdatenblätter und Gefahrgut-Dokumentation.

Übersetzungs-Tipp: H- und P-Sätze haben offizielle Übersetzungen in allen EU-Amtssprachen. Hier NIE frei übersetzen, sondern aus den offiziellen Listen übernehmen.

GMP

Verpackungs-Normen

Good Manufacturing Practice – Gute Herstellungspraxis. Internationale Qualitätsstandards für Hersteller von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Lebensmitteln und Kosmetika. EU GMP und FDA cGMP sind die wichtigsten Varianten. GMP-konforme Dokumentation muss lückenlos nachvollziehbar sein – auch in den Übersetzungen.

Übersetzungs-Tipp: GMP-Dokumente brauchen audit-feste Übersetzungen mit Vier-Augen-Prinzip. Keine maschinelle Übersetzung ohne professionelles Post-Editing.

Goods-to-Person

Intralogistik & Logistik

Kommissionierprinzip, bei dem die Ware automatisch zum Kommissionierplatz transportiert wird – statt dass Personen zur Ware laufen. Erhöht Effizienz und Ergonomie.

Übersetzungs-Tipp: „Goods-to-Person“ ist international Standard und bleibt meist unübersetzt; im Deutschen ergänzend „Ware-zur-Person“. Wir halten das Begriffspaar mit „Person-to-Goods“ einheitlich gegenüber.

GPSR

Verpackungs-Normen

General Product Safety Regulation – EU-Verordnung 2023/988, die seit Dezember 2024 die alte Produktsicherheitsrichtlinie ersetzt. Regelt allgemeine Sicherheitsanforderungen für Verbraucherprodukte in der EU, mit erweiterten Pflichten für Hersteller, Importeure und Online-Plattformen (Rückverfolgbarkeit, Risikoanalyse, Warnhinweise in Landessprache). Wirkt parallel zur EU-Maschinenverordnung.

Übersetzungs-Tipp: GPSR fordert Warnhinweise und Sicherheitsinformationen in den Amtssprachen der Mitgliedstaaten, in denen das Produkt vertrieben wird – auch für Online-Verkäufe. Wir übersetzen die zugehörige Doku rechtssicher und konsistent mit Ihrer Produkt-Terminologie.

H

H- und P-Sätze

Pharma- & Chemie-Normen

H- und P-Sätze sind die standardisierten Gefahrenhinweise (Hazard statements) und Sicherheitshinweise (Precautionary statements) nach CLP/GHS. Jeder Satz trägt einen Code (etwa H315 oder P280) und einen amtlich festgelegten Wortlaut. Sie erscheinen auf Etiketten und in Sicherheitsdatenblättern.

Übersetzungs-Tipp: Die Codes sind sprachübergreifend identisch; der Wortlaut wird nicht frei übersetzt, sondern in der amtlichen Sprachfassung übernommen. Eigene Formulierungen sind hier unzulässig.

Heidenhain TNC

CNC-Steuerungen

CNC-Steuerung der deutschen Firma Heidenhain, besonders in Fräs- und Bearbeitungszentren verbreitet. Heidenhain-Steuerungen verwenden den „Klartext“-Dialog – eine selbsterklärende Programmiersprache als Alternative zu reinem G-Code. Bedienoberflächen und Programmierhandbücher werden weltweit in viele Sprachen übersetzt.

Übersetzungs-Tipp: Heidenhain-Klartext-Befehle sind teilweise sprachabhängig (DEUTSCH/ENGLISCH/ITALIENISCH). Bei Übersetzung prüfen, welche Variante der Kunde nutzt.

HMI

Anlagentechnik-Begriffe

Human Machine Interface – Mensch-Maschine-Schnittstelle, also die Bedienoberfläche, über die Anwender Maschinen und Anlagen steuern. Klassisch als Touchpanel oder Industrie-PC ausgeführt. HMI-Texte umfassen Menüführung, Statusmeldungen, Alarme und Bedien-Hinweise – mit oft strengen Zeichenlimits pro Feld. Verbreitete Plattformen: Siemens TIA / WinCC, B&R, Rockwell FactoryTalk, Beckhoff TwinCAT.

Übersetzungs-Tipp: HMI-Strings haben harte Zeichengrenzen – ein deutsches Wort wird in vielen Sprachen länger. Wir prüfen vor Lieferung, ob Übersetzungen ins Layout passen, und schlagen Kurzformen vor, wenn nötig. Pseudo-Translation vor Projektstart empfohlen.

HPC (High Power Charging)

eMobility-Begriffe

Hochleistungs-Gleichstromladen (DC) mit besonders hoher Ladeleistung – typischerweise ab etwa 150 kW, bei modernen Säulen bis 350 kW und mehr. HPC ermöglicht sehr kurze Ladezeiten und ist zentral für Fernverkehr und Ladeparks. Abzugrenzen vom langsameren AC-Laden, etwa an der Wallbox.

Übersetzungs-Tipp: „HPC“ und „High Power Charging“ bleiben im Original. In der Endkunden-Kommunikation wird oft „Schnellladen“ oder „Ultraschnellladen“ verwendet – wir stimmen die Begriffswahl auf Zielgruppe und Marke ab und halten sie konsistent.

Human-in-the-Loop

Übersetzungs-Begriffe

Human-in-the-Loop bezeichnet einen Arbeitsablauf, in dem die maschinelle Übersetzung die Vorarbeit leistet und eine qualifizierte Fachkraft das Ergebnis prüft und verantwortet. Die Maschine liefert einen Entwurf, der Mensch entscheidet über Richtigkeit, Terminologie und Stil. Bei COMLOGOS ist dieser Schritt das vollständige Post-Editing nach ISO 18587 — die Verantwortung für die Qualität bleibt durchgehend beim Menschen.

Übersetzungs-Tipp: Der Begriff bleibt im Original (Human-in-the-Loop, oft „HITL“); eine Eindeutschung ist unüblich. In Prozessbeschreibungen konsequent von reiner, ungeprüfter KI-Übersetzung abgrenzen.

I

i18n (Internationalisierung)

IT & Software-Begriffe

Internationalisierung – die technische Vorbereitung von Software, damit sie ohne Code-Änderung an verschiedene Sprachen und Regionen angepasst werden kann: auslagerbare Texte, Unicode, Platz für längere Strings, anpassbare Datums- und Zahlenformate. Die Abkürzung „i18n“ steht für die 18 Buchstaben zwischen „i“ und „n“. Sie ist die Voraussetzung für eine reibungslose Lokalisierung (l10n).

Übersetzungs-Tipp: Saubere i18n erspart später teure Korrekturschleifen. Wir prüfen Software-Strings vor der Übersetzung auf Längenrestriktionen und Platzhalter – idealerweise mit einer Pseudo-Translation vorab.

IATF 16949

Automotive-Normen

International Automotive Task Force – Norm für Qualitätsmanagementsysteme in der Automobilindustrie. Baut auf ISO 9001 auf und ergänzt branchenspezifische Automotive-Anforderungen. Praktisch jeder Tier-Zulieferer im Automotive-Bereich muss IATF-zertifiziert sein. Audits prüfen u. a. Konsistenz der Dokumentation – auch in Fremdsprachen.

Übersetzungs-Tipp: Bei IATF-Audits werden Übersetzungs-Workflows oft mitgeprüft. Wir liefern auf Anfrage Nachweise zur Übersetzer-Qualifikation und zu Prozess-Konsistenz.

ICH-Leitlinien

Pharma- & Chemie-Normen

Der International Council for Harmonisation (ICH) harmonisiert die technischen Anforderungen für die Arzneimittelzulassung zwischen EU, USA und Japan. Die Leitlinien sind nach Qualität (Q), Sicherheit (S), Wirksamkeit (E) und übergreifenden Themen (M) gegliedert — etwa ICH Q7 für die GMP von Wirkstoffen oder ICH E6 für die gute klinische Praxis. Sie bilden den fachlichen Rahmen vieler Zulassungs- und GMP-Dokumente.

Übersetzungs-Tipp: Die Kürzel (Q7, E6, Q1A) bleiben im Original und werden nicht eingedeutscht. Bei Verweisen im Fließtext die offizielle Titelfassung der jeweiligen Leitlinie prüfen und konsistent verwenden.

IDML

Datei- und Tool-Formate

InDesign Markup Language – Austauschformat von Adobe InDesign. Speichert das gesamte Layout, alle Texte und Formatierungen in einem XML-basierten Format, das von CAT-Tools direkt verarbeitet werden kann. Vorteil: Texte können übersetzt werden, ohne dass die Layout-Arbeit doppelt anfällt – fertig formatierte IDML-Datei zurück, Druckfreigabe direkt möglich.

Übersetzungs-Tipp: Aus InDesign immer IDML exportieren (nicht INDD). Wir liefern die übersetzte IDML zurück, die Sie direkt in InDesign öffnen können.

IEC 61131-3

Maschinenbau-Normen

Norm für die Programmiersprachen speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS/PLC) – sie standardisiert unter anderem Strukturierten Text, Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache. Grundlage der Steuerungstechnik, auch für Materialflussrechner in der Intralogistik.

Übersetzungs-Tipp: „IEC 61131-3“ und die Sprachbezeichnungen bleiben im Original. Übersetzungsrelevant sind Programmier- und Engineering-Dokumentationen sowie Kommentar- und HMI-Texte – die Sprachelemente selbst bleiben unverändert.

IEC 61140

Maschinenbau-Normen

Grundnorm zum Schutz gegen elektrischen Schlag – sie definiert die Schutzklassen elektrischer Betriebsmittel und ist Basis für Schaltschrankbau und Maschinensicherheit.

Übersetzungs-Tipp: „IEC 61140“ und die Schutzklassen-Bezeichnungen bleiben unverändert. Wir achten auf die einheitliche Übersetzung der Schutzmaßnahmen-Begriffe (Basisschutz, Fehlerschutz) über alle Sicherheitsdokumente.

IEC 61851

eMobility-Normen

Internationale Normenreihe für das konduktive (kabelgebundene) Laden von Elektrofahrzeugen. Sie definiert unter anderem die Lademodi (Mode 1–4) und die allgemeinen Anforderungen an Ladesysteme – und ist damit Basis für die Dokumentation von Wallboxen sowie AC- und DC-Ladestationen.

Übersetzungs-Tipp: „IEC 61851“ und Begriffe wie „Mode 3“ oder „Mode 4“ bleiben im Original. Wir achten auf die einheitliche Übersetzung der umgebenden Beschreibungen (Schutzfunktionen, Control Pilot / Steuerpilot, Ladebetriebsarten) über alle Dokumente.

IEC 62196

eMobility-Normen

Internationale Norm für Stecker, Steckdosen, Fahrzeugkupplungen und -steckvorrichtungen beim Laden von Elektrofahrzeugen. Sie standardisiert unter anderem den Typ-2-Stecker und das CCS (Combined Charging System) und ist maßgeblich für die Produkt- und Sicherheitsdokumentation rund um Ladestecker.

Übersetzungs-Tipp: Normnummer und Steckerbezeichnungen („Typ 2“, „CCS“, „Combo 2“) bleiben unverändert. Übersetzungsrelevant sind Montage-, Sicherheits- und Bedienhinweise – wir halten die Steckertypen und ihre Bezeichnungen über alle Sprachfassungen konsistent.

IEC 62304

Medizintechnik-Normen

IEC 62304 ist die Norm für den Lebenszyklus von Medizingeräte-Software. Sie definiert Anforderungen an Entwicklung, Wartung, Risiko- und Konfigurationsmanagement von Software, die Teil eines Medizinprodukts ist oder selbst eines darstellt. Die Sicherheitsklassifizierung (Klassen A, B, C) bestimmt den geforderten Dokumentationsumfang.

Übersetzungs-Tipp: Software-Dokumentation und UI-Strings verlangen konsistente Terminologie zwischen Oberfläche, Begleitdokumentation und Risikoakte; Versions- und Änderungsstände sauber mitführen.

IEC 62366-1

Medizintechnik-Normen

IEC 62366-1 ist die Norm für die Gebrauchstauglichkeit (Usability Engineering) von Medizinprodukten. Sie verlangt, dass die Bedienung so gestaltet und geprüft wird, dass Anwendungsfehler und die damit verbundenen Risiken so weit wie möglich minimiert werden. Gebrauchsanweisung und Benutzungsoberfläche sind dabei zentrale Gegenstände.

Übersetzungs-Tipp: Benutzungsoberflächen und Gebrauchsanweisungen müssen eindeutig und handlungssicher sein — verständliche, fehlervermeidende Formulierung zählt mehr als wörtliche Nähe. Beschriftungen und Warnungen konsistent zur Oberfläche führen.

IEC 62443

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Internationale Normenreihe für Cybersecurity in industriellen Automatisierungs- und Steuerungssystemen (Industrial Automation and Control Systems, IACS). Definiert Anforderungen an Hersteller, Integratoren und Betreiber – von Risikobewertung über Architektur bis zu Lifecycle-Management. Zunehmend Pflicht in Defence-, Energie-, Automatisierungs- und Anlagenbau-Projekten, oft mit konkreten Vertragsforderungen.

Übersetzungs-Tipp: IEC 62443 hat sieben Teile mit unterschiedlichen Zielgruppen (Hersteller, Integratoren, Betreiber). Sicherheitslevel (SL 1–4) und Schutzziele werden NIE übersetzt. Wir kennen die Terminologie und liefern auditfeste Übersetzungen für Konformitätsdokumente.

IFS

Verpackungs-Normen

International Featured Standards – privatwirtschaftliche Standards für Lebensmittelsicherheit und Qualitätsmanagement, herausgegeben von HDE und FCD. Wichtigste Variante: IFS Food – Pflicht für Lebensmittelhersteller, die deutsche, französische und italienische Handelsketten beliefern. IFS-Audits prüfen unter anderem Hygienemanagement, Rückverfolgbarkeit und Dokumentation in den relevanten Sprachen.

Übersetzungs-Tipp: IFS-Audits werden in mehreren Sprachen geprüft – ein französischer Auditor will französische Doku, ein italienischer italienische. Wir übersetzen IFS-Handbücher und Verfahrensanweisungen mit auditkonformer Terminologie.

IFU (Gebrauchsanweisung)

Medizintechnik-Normen

IFU steht für Instructions for Use — die Gebrauchsanweisung eines Medizinprodukts. Sie ist rechtlich vorgeschriebener Bestandteil des Produkts und enthält Angaben zu Zweckbestimmung, Anwendung, Warnhinweisen und Sicherheit. Die MDR verlangt sie in den Sprachen der Mitgliedstaaten, in denen das Produkt bereitgestellt wird.

Übersetzungs-Tipp: Die Gebrauchsanweisung ist haftungsrelevant: Warnhinweise, Symbole und Handlungsanweisungen müssen vollständig, eindeutig und konsistent in jede geforderte Sprachfassung übertragen werden. Das Kürzel IFU bleibt gebräuchlich, die deutsche Entsprechung ist „Gebrauchsanweisung“.

IMDS

Automotive-Normen

International Material Data System – zentrales Material- und Stoffdaten-System der Automobilindustrie. Alle in Fahrzeugen verbauten Werkstoffe werden hier erfasst – Pflicht für Tier-Zulieferer. Die zugehörigen Daten und Begleitdokumente müssen oft in mehrere Sprachen übersetzt werden, insbesondere für globale Lieferketten.

Übersetzungs-Tipp: IMDS-Daten selbst sind strukturiert und werden nicht übersetzt. Nur Begleitschreiben, Pflichtenhefte und Lieferanten-Korrespondenz.

Inbetriebnahmeprotokoll

Anlagentechnik-Begriffe

Zentrales Übergabe-Dokument im Anlagenbau, das den ordnungsgemäßen Abschluss und die Funktionsprüfung einer Anlage festhält. Es ist juristisch relevant – Grundlage für Abnahme, Gewährleistung und Haftung.

Übersetzungs-Tipp: International „commissioning protocol / report“. Da das Dokument rechtliche Wirkung hat, übersetzen wir es besonders präzise – Begriffe wie „Abnahme“, „Mängel“ und „Vorbehalt“ müssen exakt und konsistent übertragen werden.

IQ / OQ / PQ

Verpackungs-Normen

Installation Qualification / Operational Qualification / Performance Qualification – dreistufiger Qualifizierungsprozess für Anlagen und Prozesse in regulierten Industrien (Pharma, Medizintechnik, Lebensmittel). IQ prüft die korrekte Installation, OQ die Funktion im spezifizierten Bereich, PQ die Leistung unter Produktionsbedingungen. Pflichtdokumentation nach EU GMP Annex 15 und FDA 21 CFR Part 11.

Übersetzungs-Tipp: IQ/OQ/PQ-Protokolle folgen festen Strukturen und enthalten viele Prüftabellen mit Messwerten. Diese werden NIE übersetzt – nur Beschreibungs-, Anweisungs- und Kommentartexte. Wir liefern auditfeste Übersetzungen mit Vier-Augen-Prinzip.

ISO 12100

Maschinenbau-Normen

Grundlegende Sicherheitsnorm für Maschinen. Definiert das Risikobeurteilungs-Verfahren, das Hersteller bei der Konstruktion durchführen müssen. Eng verzahnt mit der EU-Maschinenverordnung. Risikobeurteilungen nach ISO 12100 werden bei CE-Konformität ein zentraler Doku-Bestandteil und in viele Sprachen übersetzt.

Übersetzungs-Tipp: Risikobeurteilungen enthalten oft tabellarische Bewertungen mit standardisierten Risiko-Begriffen. Hier ist Terminologie-Treue über alle Sprachen entscheidend.

ISO 13485

Medizintechnik-Normen

ISO 13485 ist die international anerkannte Norm für Qualitätsmanagementsysteme in der Medizinproduktebranche. Sie definiert Anforderungen an die Prozesse von der Entwicklung über die Produktion bis zur Auslieferung und ist vielfach Voraussetzung für den Marktzugang. Audits prüfen die Einhaltung anhand dokumentierter Verfahren.

Übersetzungs-Tipp: QM-Dokumente — Verfahrensanweisungen, SOPs, Aufzeichnungen — verlangen konsistente, auditfähige Terminologie über alle Sprachfassungen. Normnummer und -bezeichnung werden nicht übersetzt.

ISO 14155

Medizintechnik-Normen

ISO 14155 ist die Norm für die gute klinische Praxis bei klinischen Prüfungen von Medizinprodukten. Sie regelt Planung, Durchführung und Dokumentation solcher Prüfungen und schützt die Rechte und die Sicherheit der teilnehmenden Personen. Sie ist das geräteseitige Gegenstück zur guten klinischen Praxis im Arzneimittelbereich.

Übersetzungs-Tipp: Prüfpläne, Einwilligungserklärungen und Studienberichte verlangen präzise, regulatorisch belegte Terminologie; die Einwilligungserklärung ist besonders sorgfältig und allgemeinverständlich zu übersetzen.

ISO 14971

Medizintechnik-Normen

ISO 14971 ist die Norm für das Risikomanagement von Medizinprodukten. Sie beschreibt, wie Hersteller Gefährdungen identifizieren, Risiken bewerten und über den gesamten Produktlebenszyklus beherrschen. Ihre Ergebnisse fließen in die technische Dokumentation und die klinische Bewertung ein.

Übersetzungs-Tipp: Risikomanagement-Begriffe (Gefährdung, Risiko, Nutzen-Risiko-Abwägung) sind normativ belegt und müssen exakt und einheitlich übertragen werden — Unschärfen sind hier sicherheitsrelevant.

ISO 17100

Übersetzungs-Normen

Internationale Norm für Übersetzungs-Dienstleistungen. Definiert Mindestanforderungen an Übersetzer-Qualifikation, Prozesse, Qualitätssicherung und Vier-Augen-Prinzip. ISO-17100-zertifizierte Übersetzungsbüros wie COMLOGOS sichern damit nachvollziehbare Qualität – wichtig bei sicherheitsrelevanter und regulatorisch geprüfter Doku.

Übersetzungs-Tipp: ISO 17100 fordert das Vier-Augen-Prinzip nur „auf Wunsch“ – wir bieten es auf Anfrage als optionalen Workflow-Baustein an.

ISO 18587

Übersetzungs-Normen

Internationale Norm für das Post-Editing maschineller Übersetzungen. Definiert, wie Übersetzungen aus KI- oder MÜ-Systemen durch menschliche Fachübersetzer professionell nachbearbeitet werden müssen, damit sie Endqualität erreichen. COMLOGOS ist nach ISO 18587 zertifiziert und arbeitet damit auch im MTPE-Workflow auditfest.

Übersetzungs-Tipp: Eine reine Maschinen-Übersetzung ist KEINE Lieferung im Sinne von ISO 18587 – erst das Post-Editing durch Fachübersetzer macht den Workflow normkonform.

ISO 21067

Verpackungs-Normen

Begriffsnorm für die Verpackungstechnik – sie legt die verbindliche Terminologie der Branche fest. Auf der Verpackungsmaschinen-Seite zentral, weil sie die Grundbegriffe sauber definiert.

Übersetzungs-Tipp: „ISO 21067“ bleibt unverändert. Da die Norm selbst Begriffe definiert, ist sie eine wertvolle Referenz für die konsistente mehrsprachige Verpackungs-Terminologie – wir gleichen die Zielsprachen daran ab.

ISO 23125

Maschinenbau-Normen

Sicherheitsnorm für Drehmaschinen. Definiert Anforderungen an Schutzeinrichtungen, Steuerung und sicheren Werkstückwechsel an Drehmaschinen aller Bauarten. Pflicht für CE-Konformität.

Übersetzungs-Tipp: Bei Sicherheitsnormen wie ISO 23125 wird oft auch der vollständige Titel im Doku-Kopf übersetzt. Wir haben offizielle Titel-Übersetzungen in allen wichtigen Sprachen verfügbar.

ISO 26262

Automotive-Normen

Norm für Funktionale Sicherheit in der Automobilindustrie. Regelt die Entwicklung sicherheitskritischer elektronischer Systeme im Fahrzeug – Bremsen, Lenkung, ADAS, Steuergeräte. Definiert ASIL-Stufen (Automotive Safety Integrity Level) von A bis D. Sehr relevant für Elektronik-Tier-Zulieferer.

Übersetzungs-Tipp: ASIL-Klassifizierungen (ASIL A, B, C, D) immer im Original belassen. Niemals „ASIL D“ als „höchste Stufe“ übersetzen – die Stufen sind exakt definiert.

ISO 27001

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Internationale Norm für Informationssicherheits-Management-Systeme (ISMS). Definiert Anforderungen an die systematische Identifizierung, Bewertung und Behandlung von Informationssicherheitsrisiken. In sicherheitskritischen Branchen (Defence, Banken, Gesundheitswesen) zunehmend Vertragsbestandteil. Unterscheidung wichtig: „ISO-27001-zertifiziert“ bedeutet eine externe Auditierung – „an ISO 27001 ausgerichtet“ bedeutet, dass die internen Prozesse den Anforderungen folgen, ohne formales Zertifikat.

Übersetzungs-Tipp: COMLOGOS ist an ISO 27001 ausgerichtet, aber nicht zertifiziert. Bei Defence- und Compliance-Projekten kommunizieren wir das transparent. Die formulierungsrechtliche Unterscheidung „ausgerichtet“ vs. „zertifiziert“ ist juristisch wichtig.

ISO 3691-4

Intralogistik & Logistik

Internationale Sicherheitsnorm für fahrerlose Industriefahrzeuge und ihre Systeme – die zentrale Norm für FTS, AGV und AMR. Sie regelt Anforderungen an Steuerung, Schutzeinrichtungen und Betrieb autonomer Flurförderzeuge und wurde an den aktuellen Stand der Fahrzeugautomatisierung angepasst.

Übersetzungs-Tipp: „ISO 3691-4“ bleibt unverändert. Übersetzungsrelevant sind Sicherheits- und Betriebsanweisungen sowie Begriffe wie „Schutzfeld“, „sicherer Halt“ oder „bestimmungsgemäße Verwendung“ – hier ist exakte, normkonforme Terminologie sicherheitskritisch.

ISO 9001

Übersetzungs-Normen

Internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme – die wohl bekannteste QM-Norm weltweit. ISO 9001:2015 ist die aktuelle Fassung. Für Übersetzungsbüros ist ISO 9001 die Grundlage – COMLOGOS ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert und ergänzt sie durch ISO 17100 und ISO 18587.

Übersetzungs-Tipp: Eine ISO-9001-Zertifizierung ist Grundlage, aber kein Übersetzungs-Qualitätsnachweis im engeren Sinn. Erst ISO 17100 und ISO 18587 sind übersetzungsspezifisch.

ISO/IEC 25010 (Software-Qualitätsmodell)

IT & Software-Begriffe

Internationale Norm, die ein Qualitätsmodell für Software und Systeme definiert (Teil der SQuaRE-Normenreihe). Beschreibt Qualitätsmerkmale wie funktionale Eignung, Performanz, Kompatibilität, Benutzbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Wartbarkeit und Portabilität. Dient als Bezugsrahmen für die Spezifikation und Bewertung von Softwarequalität.

Übersetzungs-Tipp: Die Merkmals-Bezeichnungen der Norm sind festgelegt – wir nutzen die etablierten deutschen Entsprechungen konsistent, damit Spezifikationen und Prüfberichte über alle Sprachen vergleichbar bleiben.

ISO/IEC 27701

IT & Software-Begriffe

Internationale Norm für ein Datenschutz-Informationsmanagementsystem (Privacy Information Management System, PIMS). Erweitert ISO/IEC 27001 und 27002 um Anforderungen zum Schutz personenbezogener Daten und unterstützt den Nachweis DSGVO-konformer Prozesse. Relevant für IT- und Software-Anbieter, die Datenschutz nachweisbar in ihr Managementsystem integrieren wollen.

Übersetzungs-Tipp: Normnummer und Titel bleiben unverändert. Wir übersetzen begleitende Richtlinien, Verfahrensanweisungen und Nachweisdokumente – die Norm selbst wird referenziert, nicht frei übersetzt.

IVDR (EU) 2017/746

Medizintechnik-Normen

Die In-vitro-Diagnostika-Verordnung (In Vitro Diagnostic Regulation, IVDR) ist das EU-Pendant zur MDR für In-vitro-Diagnostika — Tests und Geräte, die Proben außerhalb des Körpers untersuchen. Sie führte eine risikobasierte Klassifizierung ein und erhöhte die Anforderungen an Leistungsbewertung und Dokumentation deutlich. Auch hier gelten mehrsprachige Bereitstellungspflichten für die Produktinformationen.

Übersetzungs-Tipp: IVDR und MDR teilen viele Begriffe, unterscheiden sich aber im Detail — Terminologie nicht vermischen. Die Verordnungsbezeichnung bleibt im Original; produktbegleitende Texte folgen den geforderten Amtssprachen.

K

Klartext (Heidenhain)

CNC-Steuerungen

Selbsterklärende Programmiersprache der Heidenhain-Steuerungen, die als Alternative zum reinen G-Code entwickelt wurde. Befehle werden in lesbarer Form formuliert (z. B. „L X+100 Y+50“ statt „G01 X100 Y50“). Klartext kann sprachabhängig konfiguriert werden – Heidenhain unterstützt mehrere Sprachen für die Befehlssyntax.

Übersetzungs-Tipp: Bei Heidenhain-Klartext-Übersetzungen immer klären: Soll die Befehlssyntax in der Zielsprache umgeschrieben werden oder nur die Kommentare?

Klemmenplan / Stromlaufplan

Anlagentechnik-Begriffe

Engineering-Dokumente des Schaltschrankbaus, meist aus EPLAN exportiert: Der Stromlaufplan zeigt die elektrische Schaltung, der Klemmenplan die Verdrahtung an den Klemmen. Beide sind service- und inbetriebnahmekritisch.

Übersetzungs-Tipp: „Klemmenplan“ (terminal diagram) und „Stromlaufplan“ (circuit diagram) sind klar getrennt und dürfen nicht verwechselt werden. Wir übersetzen Bauteil- und Anschlussbezeichnungen konsistent – idealerweise direkt aus den EPLAN-Stammdaten.

Klinische Bewertung

Medizintechnik-Normen

Die klinische Bewertung ist der nach MDR vorgeschriebene Prozess, in dem klinische Daten zu einem Medizinprodukt systematisch gesammelt, analysiert und bewertet werden, um Sicherheit und Leistung zu belegen. Sie wird über den gesamten Lebenszyklus fortgeschrieben und mündet in den klinischen Bewertungsbericht (CER). Grundlage sind Literatur, eigene Prüfungen und Daten aus der Marktüberwachung.

Übersetzungs-Tipp: Berichte zur klinischen Bewertung (CER) verlangen exakte, belegfeste Terminologie; Quellen-, Studien- und statistische Angaben müssen unverändert korrekt übertragen werden.

KRITIS

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Kritische Infrastrukturen – Einrichtungen in Sektoren wie Energie, Wasser, IT/Telekommunikation oder Gesundheit, deren Ausfall die Versorgung gefährdet. Die Regulierung wurde 2025/26 deutlich erweitert: Das NIS2-Umsetzungsgesetz (in Kraft seit 6. Dezember 2025) verschärft die Cybersicherheitspflichten, das KRITIS-Dachgesetz (in Kraft seit 17. März 2026) ergänzt Anforderungen an die physische Resilienz.

Übersetzungs-Tipp: „KRITIS“ ist ein deutscher Fachbegriff ohne direkte 1:1-Entsprechung; international umschrieben als „critical infrastructure“. Übersetzungsrelevant sind Melde-, Risiko- und Maßnahmendokumente – wir halten die Terminologie konsistent zu NIS2 und ISO 27001.

L

l10n (Lokalisierung)

IT & Software-Begriffe

Lokalisierung – die Anpassung von Software, Inhalten oder Oberflächen an einen Zielmarkt: Übersetzung plus kulturelle, technische und formale Anpassung (Datums-, Währungs- und Maßeinheitenformate, rechtliche Texte, Tastaturbelegung). „l10n“ steht für die 10 Buchstaben zwischen „l“ und „n“. Setzt eine gute Internationalisierung (i18n) voraus.

Übersetzungs-Tipp: l10n ist mehr als Übersetzung – wir arbeiten direkt in den Austauschformaten (XLIFF, RESX, JSON) und liefern die lokalisierten Strings testbar zurück, inklusive Längenprüfung.

Language Operator

Übersetzungs-Begriffe

Rolle, die sprachliche Expertise mit der Steuerung und Überwachung KI-gestützter Übersetzungsprozesse verbindet. Der Language Operator stellt sicher, dass Prompts, Terminologie, Stilvorgaben und Qualitätsschritte zusammenwirken – das menschliche Bindeglied in einem kontrollierten KI-Workflow.

Übersetzungs-Tipp: „Language Operator“ ist ein neuer, international gebräuchlicher Rollenbegriff und bleibt meist unübersetzt. Wo eine deutsche Entsprechung nötig ist, umschreiben wir die Rolle konsistent (z. B. „Sprachsteuerung im KI-Prozess“), ohne den etablierten Begriff zu verwässern.

Lokalisierung

Sprachenwelt

Anpassung eines Produkts oder Inhalts an die kulturellen, sprachlichen und technischen Gegebenheiten eines Zielmarkts. Geht über reine Übersetzung hinaus: Datumsformate, Maßeinheiten, Währungen, kulturelle Referenzen, Bilder und Farben werden ebenfalls angepasst. Wichtig insbesondere bei Marketing-Materialien, Software-Oberflächen und Webseiten.

Übersetzungs-Tipp: Faustregel: Technische Doku wird übersetzt, Marketing-Content wird lokalisiert. Beides hat eigene Workflows und Preismodelle.

M

Maschinelle Übersetzung (MÜ)

Übersetzungs-Begriffe

Automatische Übersetzung von Text durch eine Software – früher regel-basiert, heute überwiegend mit neuronalen Netzen und Large Language Models. Wichtige Anbieter: DeepL, Google Translate, Microsoft Translator. Maschinelle Übersetzung allein ist für professionelle Anwendungen meist nicht ausreichend – erst die Kombination mit Post-Editing (MTPE) durch Fachübersetzer macht den Workflow audit-fest.

Übersetzungs-Tipp: Reine MÜ ohne Post-Editing kann für interne Vorabverständigung okay sein – sobald Texte veröffentlicht oder regulatorisch geprüft werden, ist menschliches Post-Editing nach ISO 18587 Pflicht.

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Maschinenbau-Normen

EU-Richtlinie für das Inverkehrbringen von Maschinen – Grundlage von CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung. Sie wird durch die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst, die ab dem 20. Januar 2027 verbindlich gilt; bis dahin bestimmt die Richtlinie die Übergangsphase.

Übersetzungs-Tipp: Die amtliche Bezeichnung „Richtlinie 2006/42/EG“ bleibt unverändert; bei Verweisen die jeweils amtliche EU-Sprachfassung nutzen. Im Übergang ist Präzision wichtig: Wir trennen sauber zwischen Richtlinie (2006/42/EG) und Verordnung (2023/1230), damit Pflichten und Fristen nicht vermischt werden.

Materialflussrechner (MFR)

Intralogistik & Logistik

Steuerungs-Software, die den Materialfluss in automatisierten Lagern koordiniert – die Schnittstelle zwischen überlagertem ERP/Lagerverwaltungssystem und der Anlagensteuerung (SPS).

Übersetzungs-Tipp: „Materialflussrechner (MFR)“ ist DE-Fachbegriff, international „material flow controller“. Übersetzungsrelevant sind Schnittstellen-, Meldungs- und Konfigurationstexte – hier ist konsistente Terminologie zu ERP/WMS und SPS entscheidend.

MDR (EU) 2017/745

Medizintechnik-Normen

Die Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) ist der EU-Rechtsrahmen für das Inverkehrbringen von Medizinprodukten. Sie regelt Klassifizierung, klinische Bewertung, technische Dokumentation und Marktüberwachung und löste die früheren Richtlinien ab. Sie schreibt unter anderem vor, dass die produktbegleitenden Informationen in den Sprachen der Mitgliedstaaten vorliegen, in denen das Produkt bereitgestellt wird.

Übersetzungs-Tipp: Die Sprachpflichten der MDR machen die Übersetzung zum regulatorischen Bestandteil des Produkts — Gebrauchsanweisung, Kennzeichnung und Konformitätsunterlagen müssen vollständig und konsistent in den geforderten Amtssprachen vorliegen. Bezeichnung und Verordnungsnummer bleiben unverändert.

MIF

Datei- und Tool-Formate

Maker Interchange Format – Austauschformat von Adobe FrameMaker. XML-basiert, wird direkt in CAT-Tools verarbeitet. Variablen, Querverweise, Marker und Inhaltsverzeichnis-Strukturen bleiben über die Übersetzung hinweg intakt.

Übersetzungs-Tipp: MIF immer als „Standard MIF“ exportieren (nicht „Encapsulated MIF“) – das vermeidet Verarbeitungsprobleme in CAT-Tools.

MIL-STD

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

US-amerikanische Militärstandards (Military Standards) – herausgegeben vom US-Verteidigungsministerium für Anforderungen an Produkte, Prozesse und Dokumentation im Defence-Bereich. Bekannte Vertreter: MIL-STD-810 (Umweltprüfungen), MIL-STD-461 (EMV), MIL-STD-882 (System Safety). Relevant für Exportprojekte in die USA, NATO-Partnerprogramme und transatlantische Kooperationen.

Übersetzungs-Tipp: MIL-STD-Bezeichnungen werden NIE übersetzt. Die zugehörigen Volltexte gibt es nur auf Englisch – bei Übersetzung in andere Sprachen wird in der Regel nur der Anwendungs- und Begleitkontext lokalisiert.

Modellkarte (Model Card)

IT & Software-Begriffe

Strukturierte Dokumentation eines KI- bzw. Machine-Learning-Modells: Zweck, Trainingsdaten, Leistungskennzahlen, bekannte Grenzen sowie vorgesehene und unzulässige Einsatzszenarien. Schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit – ein Baustein verantwortungsvoller KI und ein Anknüpfungspunkt zu den Transparenzpflichten des EU AI Act.

Übersetzungs-Tipp: „Model Card“ wird im Deutschen oft im Original belassen, „Modellkarte“ ist aber zunehmend gebräuchlich. Wir klären die bevorzugte Variante im Briefing und halten sie konsistent.

MTPE

Übersetzungs-Begriffe

Machine Translation Post-Editing – professionelle Nachbearbeitung maschinell erzeugter Übersetzungen durch erfahrene Fachübersetzer. Der Workflow nach ISO 18587 verbindet die Geschwindigkeit der KI-Übersetzung mit der Qualitätskontrolle eines menschlichen Linguisten. Ideal für umfangreiche, wiederholungsreiche Dokumente.

Übersetzungs-Tipp: MTPE ist nicht für alle Dokumenttypen geeignet. Bei sicherheitsrelevanter Doku (FMEA, ISO 26262, GMP) bleibt klassische Fachübersetzung der Goldstandard.

N

NATO STANAGs

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Standardization Agreements (STANAGs) – Standardisierungsabkommen der NATO, die Begriffe, Verfahren, Schnittstellen und technische Anforderungen zwischen den Bündnispartnern vereinheitlichen. Beispiele: STANAG 4569 (Schutzlevel), STANAG 4406 (militärische Nachrichtenübertragung), STANAG 6001 (Sprachkompetenz). Pflicht für viele Defence-Programme mit NATO-Bezug oder Bündnis-Interoperabilität.

Übersetzungs-Tipp: STANAG-Nummern bleiben in allen Sprachen identisch. Wir nutzen die offizielle NATO-Terminologie aus dem AAP-6 (NATO Glossary of Terms and Definitions) und prüfen vor Lieferung gegen die jeweils geltende Version.

NCM / LFP

Batterie-Begriffe

Zwei verbreitete Kathoden-Chemien für Lithium-Ionen-Batterien: NCM (Nickel-Cobalt-Mangan, auch NMC) bietet hohe Energiedichte und Reichweite; LFP (Lithium-Eisenphosphat) punktet mit Sicherheit, Lebensdauer und Kosten – ohne Cobalt und Nickel. Die Wahl prägt Auslegung, Sicherheitskonzept und Recycling der Batterie.

Übersetzungs-Tipp: Kürzel wie „NCM“, „NMC“ und „LFP“ bleiben international unverändert. Wir achten auf die korrekte Auflösung (z. B. NMC = Nickel-Mangan-Cobalt) und eine einheitliche Schreibweise im gesamten Dokument.

NIS2-Richtlinie 2022/2555

IT & Software-Begriffe

Richtlinie (EU) 2022/2555 zur Netz- und Informationssicherheit (Network and Information Security 2). Erweitert die erste NIS-Richtlinie deutlich – auf mehr Sektoren, mit strengeren Anforderungen an Risikomanagement, Meldepflichten und Lieferkettensicherheit. Als Richtlinie muss sie in nationales Recht umgesetzt werden (in Deutschland über das NIS2-Umsetzungsgesetz). Betrifft viele Industrie- und IT-Unternehmen, deren Sicherheitsdokumentation und Verfahrensanweisungen entsprechend mehrsprachig vorliegen müssen.

Übersetzungs-Tipp: „NIS2“ bleibt als Kürzel in allen Sprachen. Bei Sicherheits- und Meldeprozessen halten wir uns an die offizielle Terminologie der jeweiligen nationalen Umsetzungsgesetze.

O

OCPI (Open Charge Point Interface)

eMobility-Begriffe

Offenes Protokoll für den Datenaustausch zwischen Ladepunkt-Betreibern (CPO) und E-Mobility-Dienstanbietern (eMSP). Es ermöglicht Roaming – also Laden und Abrechnen netzübergreifend, ohne dass Nutzer für jeden Anbieter einen eigenen Vertrag brauchen. OCPI ist die Grundlage vieler Lade-Apps und Roaming-Plattformen.

Übersetzungs-Tipp: „OCPI“ und Rollenkürzel wie „CPO“ und „eMSP“ bleiben im Original. Wir lokalisieren die endkundensichtbaren Texte (App, Abrechnung, Tarifhinweise) – die Schnittstellen- und Rollenbezeichnungen bleiben technisch unverändert.

OCPP (Open Charge Point Protocol)

eMobility-Begriffe

Offenes Kommunikationsprotokoll zwischen Ladestationen und dem zentralen Lade- und Backend-Management-System, gepflegt von der Open Charge Alliance. Es sorgt für Herstellerunabhängigkeit und Interoperabilität – Ladesäule und Backend verschiedener Anbieter sprechen dieselbe Sprache. Verbreitete Versionen sind OCPP 1.6 und 2.0.1.

Übersetzungs-Tipp: „OCPP“ bleibt als Kürzel in allen Sprachen. Übersetzungsrelevant sind vor allem Statusmeldungen, Fehlercodes und Bedientexte rund um das Protokoll – die technischen Nachrichtenbezeichnungen selbst bleiben englisch.

OEM

Automotive-Begriffe

Original Equipment Manufacturer – in der Automobilindustrie der Fahrzeughersteller, der Komponenten von Zulieferern (Tier-1/2/3) bezieht und unter eigener Marke verbaut. Der Begriff wird auch in anderen Branchen verwendet, dort allgemeiner für den Erstausrüster bzw. Markenhersteller eines Produkts.

Übersetzungs-Tipp: „OEM“ bleibt als Kürzel international Standard und wird nicht eingedeutscht. Auf den Kontext achten: In der Automotive-Lieferkette meint „OEM“ den Autobauer, in anderen Branchen kann er eine andere Rolle bezeichnen.

OPC UA

Anlagentechnik-Begriffe

Open Platform Communications Unified Architecture – herstellerunabhängiger Kommunikationsstandard für die industrielle Automatisierung. Ermöglicht die sichere und plattformübergreifende Datenübertragung zwischen Maschinen, Steuerungen und IT-Systemen – Rückgrat vieler Industrie-4.0- und IIoT-Architekturen. OPC-UA-Dokumentation umfasst Schnittstellen-Spezifikationen, Companion Specifications und Konfigurationsanleitungen.

Übersetzungs-Tipp: OPC-UA-Companion-Specifications (z. B. für Werkzeugmaschinen, Robotik) folgen festen Strukturen mit definierten Nodes und Datentypen. Diese technischen Bezeichnungen bleiben in allen Sprachen englisch – nur Erläuterungen werden lokalisiert.

P

P&ID

Anlagentechnik-Begriffe

Piping and Instrumentation Diagram – Rohrleitungs- und Instrumentierungsschema. Detaillierte technische Zeichnung, die Anlagenkomponenten, Rohrleitungen, Ventile, Pumpen und Mess- und Regeltechnik darstellt. Zentrales Engineering-Dokument im Anlagenbau – wird oft mit Übersetzungen für globale Anlagen-Projekte versehen.

Übersetzungs-Tipp: P&ID-Texte sind oft sehr knapp (Symbolnummern, Mess-Stellen-Codes). Wir arbeiten mit den Engineering-Teams an konsistenter Terminologie über alle Schemata hinweg.

PCF (Product Carbon Footprint)

Batterie-Begriffe

Produktbezogener CO₂-Fußabdruck – die über den Lebenszyklus verursachten Treibhausgasemissionen eines Produkts, ausgedrückt in CO₂-Äquivalenten. Für Batterien rückt der PCF durch Artikel 7 der EU-Batterieverordnung in den Fokus: EV-Batterien müssen eine CO₂-Fußabdruck-Erklärung tragen, sobald die Berechnungsmethodik per delegiertem Rechtsakt vorliegt (frühestens ab August 2026).

Übersetzungs-Tipp: „PCF“ und „Product Carbon Footprint“ bleiben meist im Original; im Deutschen wird auch „CO₂-Fußabdruck“ verwendet. Wir halten Einheit (CO₂-Äquivalente, kg CO₂e) und Begriff konsistent über Erklärung, Label und technische Unterlagen.

PED / Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU

Anlagentechnik-Begriffe

EU-Richtlinie für die Bereitstellung von Druckgeräten (Pressure Equipment Directive). Sie regelt Auslegung, Herstellung und Konformität druckführender Bauteile – auf Anlagentechnik-Seiten ein Compliance-Schwerpunkt, mit Brücke zu ATEX und SIL.

Übersetzungs-Tipp: „PED“ und „Richtlinie 2014/68/EU“ bleiben unverändert; die amtliche EU-Sprachfassung nutzen. Übersetzungsrelevant sind Konformitäts- und Prüfdokumente – hier ist die exakte Übertragung von Kategorien und Modulen entscheidend.

Person-to-Goods

Intralogistik & Logistik

Klassisches Kommissionierprinzip, bei dem die kommissionierende Person zur gelagerten Ware geht – der Gegenpol zu Goods-to-Person.

Übersetzungs-Tipp: „Person-to-Goods“ bleibt international; deutsch „Person-zur-Ware“. Wir übersetzen es konsistent als Gegenstück zu Goods-to-Person, damit die Systemlogik klar bleibt.

Pharmakovigilanz

Pharma- & Chemie-Normen

Pharmakovigilanz bezeichnet die laufende Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln nach der Zulassung. Dazu zählen das Erfassen und Bewerten von Nebenwirkungen sowie regelmäßige Sicherheitsberichte wie der Periodic Safety Update Report (PSUR). Daraus entsteht ein wiederkehrender, fristgebundener Übersetzungsbedarf.

Übersetzungs-Tipp: Feststehende Begriffe wie PSUR oder „Signal“ bleiben im Original bzw. folgen der behördlichen Terminologie. Bei wiederkehrenden Berichten zahlt sich ein gepflegtes Translation Memory aus.

Pick-by-Light / Pick-by-Voice / Pick-by-Vision

Intralogistik & Logistik

Sammelbegriff für geführte Kommissionierverfahren: optische Signale (Light), Sprachführung (Voice) oder Datenbrillen/AR (Vision) leiten die kommissionierende Person. Sie steigern Tempo und Fehlersicherheit.

Übersetzungs-Tipp: Die „Pick-by-…“-Begriffe bleiben international gebräuchlich. Besonders Pick-by-Voice hat hohen Übersetzungsbezug: Die Sprachdialoge selbst müssen lokalisiert und auf Erkennungssicherheit getestet werden – hier verbinden sich Terminologie und Sprachtechnologie.

PPAP

Automotive-Normen

Production Part Approval Process – Standardprozess in der Automobilindustrie zur Freigabe von Bauteilen vor Serienanlauf. Umfasst bis zu 18 Dokumente, darunter Material-Daten, Maßprüfberichte, FMEA, Prozessflussdiagramme. Pflicht in IATF-Lieferketten. PPAP-Pakete werden oft in der Sprache des OEM-Kunden eingereicht.

Übersetzungs-Tipp: PPAP-Übersetzungen sind oft eilig – bei Serienanlauf-Druck. Wir arbeiten hier mit standardisierten Termini-Listen, um Durchlaufzeiten zu minimieren.

Pseudo-Translation

Sprachenwelt

Test-Verfahren bei Software- und HMI-Übersetzungen, bei dem Texte mit künstlichen Zeichen (Umlauten, asiatischen Zeichen, längeren Strings) ersetzt werden – ohne tatsächliche Übersetzung. Ziel: Vor der echten Lokalisierung prüfen, ob die Software mit fremdsprachigen Texten umgehen kann (Layout, Encoding, Längenrestriktionen).

Übersetzungs-Tipp: Pseudo-Translation lohnt sich besonders bei umfangreichen Software-Projekten. Spart später teure Korrektur-Schleifen.

Q

QRD-Template

Pharma- & Chemie-Normen

QRD-Templates sind die von der EMA bereitgestellten Vorlagen (Quality Review of Documents) für die Produktinformation eines Arzneimittels — Fachinformation, Packungsbeilage und Etikett. Sie geben Struktur und Standardformulierungen in allen EU-Amtssprachen vor. Damit sind sie die verbindliche Grundlage jeder mehrsprachigen Produktinformation.

Übersetzungs-Tipp: Immer die jeweils gültige sprachspezifische Vorlage als Grundlage nehmen und Standardpassagen wörtlich übernehmen; nur die produktspezifischen Inhalte werden übersetzt.

R

RBG (Regalbediengerät)

Intralogistik & Logistik

Schienengeführtes Gerät zur automatischen Ein- und Auslagerung in Hochregallagern, häufig Kernkomponente eines AS/RS. Die Sicherheitsanforderungen regelt EN 528.

Übersetzungs-Tipp: „Regalbediengerät (RBG)“ ist DE-Fachbegriff; international „storage and retrieval machine (SRM)“ oder „stacker crane“. Wir wählen die marktübliche Entsprechung pro Zielsprache und halten sie konsistent zur AS/RS-Terminologie.

REACH

Verpackungs-Normen

Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals – EU-Verordnung zur Registrierung und Kontrolle chemischer Stoffe. Pflicht für alle Hersteller und Importeure, die Stoffe in der EU in Verkehr bringen. Im Automotive-Kontext: Lieferketten-Kommunikation über REACH-Konformität, Stoffdaten und Sicherheitsdatenblätter.

Übersetzungs-Tipp: REACH-Begriffe wie „SVHC“ (Substances of Very High Concern) bleiben oft im Original. Sicherheitsdatenblätter haben standardisierte Abschnitte – Reihenfolge und Nummerierung sind EU-weit identisch.

RoHS

Verpackungs-Normen

Restriction of Hazardous Substances – EU-Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (Blei, Quecksilber, Cadmium, Chrom-VI, bestimmte Flammhemmer). Pflicht für Automotive-Elektronik-Zulieferer. RoHS-Konformitätserklärungen werden in der globalen Lieferkette in viele Sprachen übersetzt.

Übersetzungs-Tipp: RoHS-Erklärungen sind kurz, aber rechtlich relevant. Wir nutzen geprüfte Standardformulierungen in allen wichtigen Sprachen, um Konsistenz über alle Lieferanten-Kunden-Beziehungen zu sichern.

S

S1000D

Sicherheits- & Verteidigungs-Normen

Internationaler Standard für die Erstellung technischer Dokumentation im Defence- und Aerospace-Bereich, ursprünglich von der ASD entwickelt. Modular, XML-basiert und auf Wiederverwendung ausgelegt: Inhalte werden in Datenmodulen verwaltet und zu Publikationen kombiniert (IETP – Interactive Electronic Technical Publication). Pflicht bei vielen militärischen Beschaffungsprogrammen und in der zivilen Luftfahrt.

Übersetzungs-Tipp: S1000D-Datenmodule haben standardisierte Strukturen (Data Module Codes). Wir arbeiten direkt im XML-Format und liefern Übersetzungen, die ohne Nachbearbeitung in Ihre Publikationsdatenbank zurückfließen – inklusive geprüfter Tag-Erhaltung.

SaMD

Medizintechnik-Normen

SaMD steht für Software as a Medical Device — Software, die selbst ein Medizinprodukt ist, ohne Teil eines Geräts zu sein (etwa eine Diagnose- oder Auswertungs-App). Sie unterliegt MDR bzw. IVDR und den Software-Normen IEC 62304 und IEC 62366-1. Updates und Versionsstände sind regulatorisch relevant und dokumentationspflichtig.

Übersetzungs-Tipp: Benutzungsoberfläche, Hilfetexte und Begleitdokumentation müssen konsistent sein; bei häufigen Releases zahlt sich ein gepflegtes Translation Memory aus. Das Kürzel SaMD bleibt im Original.

SCADA

Anlagentechnik-Begriffe

Supervisory Control and Data Acquisition – System zur Überwachung und Steuerung industrieller Prozesse, meist in Großanlagen. Sammelt Messdaten aus der Anlage und stellt sie für Bedien-Personal visuell dar. SCADA-Bedientexte und Alarmmeldungen werden in alle Sprachen der Betreiber-Werke übersetzt.

Übersetzungs-Tipp: SCADA-Strings haben oft strenge Zeichen-Limits pro Feld. Wir prüfen vor Lieferung, ob die übersetzten Texte ins Layout passen – Pseudo-Translation empfohlen.

Schema ST4

Datei- und Tool-Formate

Komponenten-basiertes Redaktionssystem (CCMS) der deutschen Firma SCHEMA. Sehr verbreitet in Maschinenbau, Anlagenbau und technischer Dokumentation. Verwaltet Doku-Module zentral und ermöglicht Wiederverwendung über viele Publikationen hinweg. Übersetzungen werden direkt im System integriert.

Übersetzungs-Tipp: Schema-ST4-Exporte am besten als XML übergeben. Wir kennen die typischen Export-Profile und passen unseren Workflow entsprechend an.

Shuttle-System

Intralogistik & Logistik

Moderner automatisierter Lagertyp, bei dem einzelne Shuttle-Fahrzeuge innerhalb der Regalebenen Behälter transportieren – flexibler und durchsatzstärker als ein klassisches RBG.

Übersetzungs-Tipp: „Shuttle“ bleibt international gebräuchlich. Übersetzungsrelevant ist die Abgrenzung zum RBG sowie die einheitliche Benennung der Systemvarianten (z. B. „Single-Level“/„Multi-Level-Shuttle“) über alle Dokumente.

Sicherheitsdatenblatt (SDS)

Pharma- & Chemie-Normen

Das Sicherheitsdatenblatt (Safety Data Sheet, SDS) ist das zentrale Informationsdokument zu Gefahrstoffen. Es folgt der in REACH Anhang II vorgegebenen 16-Abschnitt-Struktur und informiert über Eigenschaften, Gefahren, sichere Handhabung und Maßnahmen. Es muss in der Amtssprache des Mitgliedstaats vorliegen, in dem der Stoff in Verkehr gebracht wird.

Übersetzungs-Tipp: Die 16 Abschnitte sind fest vorgegeben; H- und P-Sätze sowie Einstufungsangaben werden nicht frei formuliert, sondern in der amtlichen Sprachfassung der CLP-Verordnung übernommen — und müssen terminologisch exakt zum Etikett passen.

SIL (Safety Integrity Level)

Anlagentechnik-Begriffe

Sicherheits-Integritätslevel nach IEC 61508/61511 – eine abgestufte Bewertung (SIL 1–4), wie zuverlässig eine sicherheitstechnische Funktion wirkt. Verbindlich für die funktionale Sicherheit in der Anlagen- und Verfahrenstechnik.

Übersetzungs-Tipp: „SIL“ und die Stufen (SIL 1–4) bleiben unverändert. Übersetzungsrelevant ist der umgebende Kontext (Risikobeurteilung, Sicherheitsfunktion) – wir halten die Terminologie konsistent zu EN ISO 13849 (Performance Level), um Verwechslungen zu vermeiden.

SINUMERIK

CNC-Steuerungen

CNC-Steuerung von Siemens, weltweit eine der verbreitetsten Steuerungen in Werkzeugmaschinen. Bedien- und Programmiertexte werden in viele Sprachen übersetzt – Siemens unterstützt mehr als 20 Bediensprachen ab Werk. Eigene Terminologie für Werkzeug-Management, NC-Programmierung und Diagnose.

Übersetzungs-Tipp: SINUMERIK-Übersetzungen folgen oft den Siemens-internen Termini-Standards. Wir haben für die wichtigsten Sprachen geprüfte Wortlisten verfügbar.

SmartPlant

Anlagentechnik-Begriffe

Engineering-Software-Suite von Intergraph/Hexagon für die Anlagenplanung. Wird in der chemischen Industrie, Öl- und Gasindustrie und Pharma-Anlagenbau eingesetzt. Umfasst Module für P&ID-Erstellung (SmartPlant P&ID), 3D-Anlagenmodellierung (SmartPlant 3D) und Daten-Management. Exporte aus SmartPlant-Datenbanken werden für globale Anlagen-Doku übersetzt.

Übersetzungs-Tipp: SmartPlant-Daten haben oft hochstrukturierte Schema-Definitionen. Wir prüfen vor Projektstart die Export-Struktur, um optimale Verarbeitbarkeit zu sichern.

SPS

Anlagentechnik-Begriffe

Speicherprogrammierbare Steuerung (engl. PLC – Programmable Logic Controller) – industrielle Computer-Steuerung, die Maschinen und Anlagen anhand programmierter Logik steuert. Marktführer: Siemens (SIMATIC), Rockwell, Beckhoff, B&R, Mitsubishi. SPS-Programme bestehen aus Kontaktplänen, Funktionsbausteinen und Strukturierten Texten – Übersetzungen betreffen meist Variablen-Beschreibungen, Kommentare und HMI-Anbindungen, nie die Code-Befehle selbst.

Übersetzungs-Tipp: Bei SPS-Projekten klären wir vor Start: Soll die deutsche Variablennamen-Konvention beibehalten werden (international üblich) oder lokalisiert werden? Kommentare und Beschreibungen lokalisieren wir immer – Variablen meist nicht.

Stabilitätsstudie

Pharma- & Chemie-Normen

Eine Stabilitätsstudie untersucht, wie sich Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels über die Zeit unter definierten Lager- und Klimabedingungen verändern. Sie liefert die Datengrundlage für Haltbarkeit und Lagerungshinweise und folgt den ICH-Leitlinien der Q1-Reihe. Ihre Ergebnisse fließen in das Zulassungsdossier ein.

Übersetzungs-Tipp: Studienberichte enthalten viele Tabellen mit Messwerten, die nicht übersetzt, sondern unverändert übernommen werden — übersetzt werden Methoden-, Beschreibungs- und Bewertungstexte, mit exakter, konsistenter Fachterminologie.

Statement of Applicability (SoA)

IT & Software-Begriffe

Erklärung zur Anwendbarkeit – zentrales Dokument eines ISO/IEC-27001-Informationssicherheitsmanagementsystems. Listet auf, welche Sicherheitsmaßnahmen (Controls aus Anhang A) anwendbar sind, welche umgesetzt wurden und – mit Begründung – welche ausgeschlossen sind. Pflichtbestandteil jeder ISO-27001-Zertifizierung.

Übersetzungs-Tipp: „Statement of Applicability“ bzw. „SoA“ bleibt im Original. Die Control-Bezeichnungen folgen der amtlichen ISO-Terminologie – wir übersetzen Begründungs- und Begleittexte, nicht die normierten Control-Titel frei.

Stator / Rotor

Automotive-Begriffe

Die beiden Hauptkomponenten eines Elektromotors: Der Stator ist der feststehende Teil mit den Wicklungen, der Rotor der rotierende Teil. Ihr Zusammenspiel erzeugt das Drehmoment – zentral für E-Antriebe, etwa in der E-Achse. Fertigung und Wuchtung von Stator und Rotor sind anspruchsvolle Themen der E-Mobility-Dokumentation.

Übersetzungs-Tipp: „Stator“ und „Rotor“ sind international gebräuchlich (lateinischen Ursprungs) und bleiben in den meisten Sprachen unverändert. Übersetzungsrelevant sind die umgebenden Beschreibungen von Wicklung, Kühlung und Montage.

T

Terminologie-Management

Übersetzungs-Begriffe

Systematische Pflege fachsprachlicher Begriffe in einer zentralen Datenbank (Termbank). Definiert, wie Fachbegriffe in den Zielsprachen übersetzt werden sollen – verbindlich für alle aktuellen und zukünftigen Projekte. Sichert Konsistenz über Generationen, Lieferanten und Übersetzer hinweg. Zentraler Baustein professioneller Übersetzungsarbeit.

Übersetzungs-Tipp: Eine Terminologie-Datenbank ist ein Asset, das mit jedem Projekt wertvoller wird. Bei Kundenwechsel wird die Termbank übergeben – nicht nur die fertige Übersetzung.

Tier-1 / Tier-2 / Tier-3

Automotive-Begriffe

Hierarchie-Bezeichnungen in der Automobil-Lieferkette. Tier-1-Zulieferer liefern direkt an OEMs (z. B. Bosch, Continental); Tier-2 liefert an Tier-1 (Komponenten und Subsysteme); Tier-3 liefert Rohmaterialien, Halbzeuge und Einzelteile an Tier-2. Mit jeder Tier-Stufe wachsen die Doku-Anforderungen, weil Audits und Compliance-Pflichten kaskadiert weitergegeben werden – ein Tier-3-Lieferant muss oft IATF-konform dokumentieren, obwohl er den OEM nie direkt sieht.

Übersetzungs-Tipp: Tier-Bezeichnungen werden in allen Sprachen englisch verwendet („Tier-1 supplier“, auch im Deutschen). In Marketing-Texten wird gelegentlich „Zulieferer der ersten Stufe“ eingesetzt – aber das ist die Ausnahme.

TIM-RS

Datei- und Tool-Formate

Translation und Information Management - Redaktionssystem von Fischer Information Technology. CCMS für strukturierte technische Dokumentation, häufig im Maschinenbau eingesetzt. Wir arbeiten direkt mit den Export-Formaten und liefern fertig formatierte Module zurück.

Übersetzungs-Tipp: TIM-RS-Workflows lassen sich gut mit Translation Memorys verbinden – das senkt Folgekosten bei Modul-Updates deutlich.

TISAX

Automotive-Normen

Trusted Information Security Assessment Exchange – der Prüf- und Austauschmechanismus des VDA für Informationssicherheit in der Automobilindustrie, aufbauend auf ISO 27001. Für viele OEM und Tier-1 ein Kauf- bzw. Lieferantenkriterium; zugleich Brücke zur Verteidigungsindustrie.

Übersetzungs-Tipp: „TISAX“ bleibt als Marke und Kürzel unverändert. Übersetzungsrelevant sind die zugrunde liegenden InfoSec-Dokumente (Richtlinien, Maßnahmen, Audit-Nachweise) – hier ist konsistente Terminologie zu ISO 27001 entscheidend.

Transkreation

Sprachenwelt

Kreative Übertragung von Marketing- und Werbeinhalten in eine andere Sprache und Kultur. Geht weit über klassische Übersetzung hinaus: Wortspiele, Tonalität, kulturelle Anspielungen werden bewusst angepasst, um in der Zielsprache dieselbe Wirkung zu erzielen wie im Original. Höchste Anforderungen an die Sprach- und Kreativ-Kompetenz des Übersetzers.

Übersetzungs-Tipp: Transkreation ist KEIN Premium-Aufschlag auf Übersetzung – es ist eine eigenständige Dienstleistung mit eigener Kalkulationslogik (oft Stundensatz statt Wortpreis).

Translation Memory (TM)

Übersetzungs-Begriffe

Datenbank, in der bereits übersetzte Textsegmente (Sätze, Absätze) gespeichert werden. Bei neuen Projekten gleicht das CAT-Tool den Ausgangstext mit dem TM ab und schlägt Übersetzungen für identische oder ähnliche Segmente vor. Spart bei Folgeprojekten 30–70 % der Übersetzungskosten und sichert Konsistenz.

Übersetzungs-Tipp: Ein Translation Memory ist NICHT dasselbe wie KI-Übersetzung. TMs wiederholen menschliche Übersetzungen aus früheren Projekten – das ist der entscheidende Qualitätsunterschied.

U

UDI

Medizintechnik-Normen

UDI steht für Unique Device Identification — die eindeutige Produktkennzeichnung von Medizinprodukten. Über einen standardisierten Code ermöglicht sie die Rückverfolgbarkeit eines Produkts entlang der Lieferkette und ist nach MDR und IVDR verpflichtend. Die UDI erscheint auf der Kennzeichnung und in Datenbanken wie EUDAMED.

Übersetzungs-Tipp: Die UDI-Codes selbst werden nicht übersetzt; zu übersetzen sind die begleitenden Kennzeichnungs- und Labeling-Texte — konsistent zur Gebrauchsanweisung und zu den Datenbankeinträgen.

UN ECE

Automotive-Normen

United Nations Economic Commission for Europe – UN-Wirtschaftskommission, deren Fahrzeug-Regulierungen (ECE-Regelungen) weltweit gelten. Bekannt: ECE R155 (Cybersecurity), ECE R157 (autonomes Fahren). Pflicht für Fahrzeug-Komponenten, die in den meisten Ländern außerhalb der USA und China zugelassen werden sollen.

Übersetzungs-Tipp: ECE-Regelungen werden mit Nummer (z. B. ECE R155) referenziert – diese Nummern niemals übersetzen. Die zugehörigen Volltexte gibt es offiziell in Englisch und Französisch.

V

VDA 6.x

Automotive-Normen

Standards des Verbands der Automobilindustrie (VDA). VDA 6.1 (Allgemeine QM-Norm), VDA 6.3 (Prozess-Audit), VDA 6.5 (Produkt-Audit) sind die wichtigsten. Werden parallel zu IATF 16949 verwendet, insbesondere bei deutschen OEMs und ihren Lieferketten. VDA-Audits prüfen oft auch die Doku-Qualität in den Zielsprachen.

Übersetzungs-Tipp: VDA-Bezeichnungen werden in der Doku oft im Original verwendet, auch in englischen Texten („VDA 6.3 process audit“). Eindeutschen vermeiden, wenn der Kontext klar ist.

VDI 2519

Intralogistik & Logistik

VDI-Richtlinie zur Struktur von Lastenheft und Pflichtenheft in der Logistik. Sie gibt vor, wie Anforderungen (Lastenheft) und Lösungsbeschreibung (Pflichtenheft) gegliedert werden – Grundlage vieler internationaler Ausschreibungen.

Übersetzungs-Tipp: „VDI 2519“ sowie das Begriffspaar „Lastenheft/Pflichtenheft“ sind im Deutschen klar getrennt; im Englischen verschwimmt das oft zu „specification“. Wir übersetzen die beiden Dokumenttypen präzise und konsistent, damit die vertragliche Rollenverteilung erhalten bleibt.

VDI 3978

Intralogistik & Logistik

VDI-Richtlinie zu Verfügbarkeits- und Leistungskennzahlen automatisierter Lager- und Materialflusssysteme. Sie definiert, wie Verfügbarkeit gemessen und vertraglich vereinbart wird – relevant für Abnahme, SLA und Betrieb.

Übersetzungs-Tipp: „VDI 3978“ bleibt unverändert. Übersetzungsrelevant sind die Kennzahlen-Definitionen (Verfügbarkeit, Durchsatz) und die Vertrags-/Abnahmetexte – hier müssen Begriff und Berechnungsgrundlage über alle Sprachfassungen exakt übereinstimmen.

VDI 4421

Intralogistik & Logistik

VDI-Richtlinie mit Definitionen und Begriffen rund um Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Sie schafft eine einheitliche Terminologie-Basis für Planung, Ausschreibung und Dokumentation von FTS-Projekten.

Übersetzungs-Tipp: Die Richtliniennummer „VDI 4421“ bleibt im Original. Da die Richtlinie selbst Terminologie definiert, ist sie eine wertvolle Referenz für die konsistente Übersetzung von FTS-Fachbegriffen – wir gleichen die Zielsprachen daran ab.

Vier-Augen-Prinzip

Übersetzungs-Begriffe

Qualitätssicherungs-Workflow, bei dem ein Übersetzer den Text übersetzt und ein zweiter unabhängiger Fachredakteur die Übersetzung Wort für Wort prüft. Pflicht-Workflow nach ISO 17100. Besonders empfohlen bei sicherheitsrelevanter Dokumentation, CE-Akten, Pharma-GMP-Texten und juristischen Übersetzungen.

Übersetzungs-Tipp: Das Vier-Augen-Prinzip ist nach ISO 17100 „auf Wunsch“ verpflichtend, aber wir empfehlen es generell für regulatorische und sicherheitskritische Texte.

W

Wallbox

eMobility-Begriffe

Wandmontierte AC-Ladestation für Elektrofahrzeuge, typisch im privaten und gewerblichen Umfeld, meist mit 11 oder 22 kW Ladeleistung. Anders als die öffentliche Schnellladesäule lädt die Wallbox mit Wechselstrom über das bordeigene Ladegerät des Fahrzeugs. Die zugehörige Dokumentation umfasst Installations-, Bedien- und Sicherheitshinweise sowie zunehmend App- und Backend-Texte.

Übersetzungs-Tipp: „Wallbox“ ist im Deutschen etabliert und bleibt meist unübersetzt; in anderen Sprachen variiert der Begriff (z. B. „home charger“, „borne de recharge“). Wir klären die marktübliche Bezeichnung pro Zielsprache und halten sie über Handbuch, App und Verpackung konsistent.

WCAG 2.2 / BFSG (Barrierefreiheit)

IT & Software-Begriffe

Die WCAG 2.2 (Web Content Accessibility Guidelines) sind der internationale Standard für barrierefreie Webinhalte; in der Praxis maßgeblich ist die Konformitätsstufe AA. Das deutsche Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) setzt den European Accessibility Act (Richtlinie 2019/882) um und verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele Anbieter digitaler Produkte und Dienstleistungen zur Barrierefreiheit – technische Grundlage sind unter anderem die EN 301 549 und die WCAG.

Übersetzungs-Tipp: Barrierefreie Inhalte stellen eigene Anforderungen an die Übersetzung – etwa aussagekräftige Alternativtexte und klare, verständliche Sprache. Wir berücksichtigen das bei Web- und UI-Übersetzungen und halten Alt-Texte und Bedien-Hinweise konsistent.

X

XLIFF

Datei- und Tool-Formate

XML Localization Interchange File Format – offener Standard zum Austausch von Übersetzungsdaten zwischen verschiedenen Tools und Systemen. Ermöglicht reibungslose Übergaben zwischen Auftraggeber, Übersetzungsbüro und Endsystem. Wichtig bei Software-Lokalisierung und Web-Content.

Übersetzungs-Tipp: XLIFF-Dateien können sehr unterschiedlich strukturiert sein. Wir prüfen vor Projektstart die Schema-Version und das Tag-Verhalten.

Begriff fehlt? Schreiben Sie uns.

Wir erweitern das Glossar laufend – mit jeder neuen Branche und jedem Kundenprojekt. Fehlt ein Begriff, soll eine Definition präziser werden oder haben Sie einen Fehler entdeckt? Eine kurze Nachricht genügt – wir prüfen und ergänzen.

In diesen Branchen sprechen wir Ihre Sprache

Fachübersetzungen entstehen aus dem Verständnis für die Sprache einer Branche – vom Drehmoment-Diagramm bis zur EU-AI-Act-Modellkarte. Vier Kompetenz-Cluster bilden den Kern.

Weitere Branchen: Recht & Verträge · alle Branchen →

Über alle Branchen hinweg: ISO 17100-Vier-Augen-Prinzip · mandatsspezifische Terminologie · NDA-Standard · EU-Server.