24. März 2022

Warum Terminologie und kontrollierte Sprache die Basis für übersetzungsgerechtes Schreiben ist

Warum Terminologie und kontrollierte Sprache die Basis für übersetzungsgerechtes Schreiben ist

Im ersten Teil dieser Blog-Serie haben wir uns die Vorteile von übersetzungsgerechtem Schreiben angeschaut und aufgezeigt, dass hierdurch Kosten, Zeit und Qualitätseinbußen gesenkt werden können. Nun wenden wir uns einem zentralen Punkt des übersetzungsgerechten Schreibens zu: der Terminologie.

Unterschied zwischen Terminologie und kontrollierte Sprache

Unter Terminologie versteht man die Menge an Fachbegriffen einer Branche oder eines Unternehmens. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es für Unternehmen sehr sinnvoll, eine einheitliche Terminologie in der internen und externen Kommunikation zu benutzen. Kontrollierte Sprache dagegen meint einen eingeschränkten Wortschatz und bestimmte syntaktische Konstruktionen, die einfacher und vor allem standardisiert sind. Für kontrollierte Sprache (auf Englisch „Controlled Language“) ist eine festgelegte Unternehmensterminologie Voraussetzung. Das bekannteste Beispiel für Kontrollierte Sprache ist in der Luft- und Raumfahrtindustrie zu finden, das sogenannte „Controlled English“. Insbesondere in einem hochkomplexen Umfeld mit vielen unterschiedlichen technischen Anleitungen ist eine Arbeitsweise ohne standardisierte Sprache kaum möglich.

Vorteile von Terminologiedatenbanken

Ein technischer Text mit konsistenter Terminologie ist verständlicher und leichter zu übersetzen. Es gibt weniger Klärungsbedarf, weniger Korrekturschleifen und auch beim Anwender sinkt die Gefahr einer Fehlbedienung. So viele Vorteile – doch warum nutzen nicht alle Unternehmen bewusst und verbindlich eine festgelegte, unternehmensspezifische Terminologie?

Zunächst scheint der Aufwand groß, doch recht schnell sind Erfolge sichtbar: bei der Texterstellung, in der Verständlichkeit, in den Übersetzungskosten und in der Zeitersparnis.

Der Prozess zum Aufbau einer Terminologiedatenbank könnte wie folgt aussehen:

  1. Die unternehmensspezifische Terminologie in der Ausgangssprache festlegen, definieren und allen Nutzern verfügbar machen.
  2. Nun in einer Terminologiedatenbank oder einer Excel-Liste speichern
  3. Eintragung aller entsprechenden fremdsprachigen Begriffe für alle Sprachen, die das Unternehmen benötigt,
  4. Zum Schluss heißt es: regelmäßig pflegen! Denn nur durch eine ständige Pflege und Weiterentwicklung bleibt der Standard hoch und die Übersetzungskosten sinken.

Inkonsistente oder gar falsche Verwendung von Begriffen kann dem Unternehmen schwer schaden oder z. B. zu groben Bedienungsfehlern an Maschinen führen. Aufwendige Korrekturen im Nachhinein kommen die Firma teuer zu stehen. Dies kann vermieden werden, indem die Terminologiedatenbank kontinuierlich gepflegt und erweitert wird. Übersetzungsdienstleister sind Experten, wenn es um das Anlegen, Pflegen und Verwalten von Terminologiedatenbanken geht. Sie nutzen hierfür spezielle Software, wie beispielsweise MultiTerm. So können Übersetzungsprojekte schneller und effizienter erledigt werden und alle (neuen) Mitarbeiter eines Unternehmens sind auf dem gleichen Stand.

Aufbau einer Terminologiedatenbank: Schritt für Schritt

    1. Der erste Schritt besteht darin, den Rahmen der Termbank festzulegen, also welche Sprachen, welche Felder etc. hineingehören. Außerdem sollten konkrete Zuständigkeiten festgelegt werden: wer fügt neue Termini hinzu, wer validiert diese, wer liefert Zusatzinformationen (z. B. Definitionen). Dafür ist eine enge Abstimmung zwischen den Projektleitern im Unternehmen und Übersetzungsbüro notwendig.
    2. Im zweiten Schritt werden diese Termini vom Stammübersetzer in die Fremdsprache übersetzt und mit allen Projektbeteiligten im Unternehmen abgestimmt. Dabei wird auch berücksichtigt, ob es für verschiedene Abteilungen unterschiedliche Benennungen gibt, z. B. im Marketing und in der Produktion.
    3. Der dritte Schritt ist optional und dient der Überprüfung durch die Firma. Manche Firmen haben ausländische Niederlassungen oder muttersprachliche Mitarbeiter, die die Benennungen prüfen und validieren können.

Nun ist die Termbank aufgesetzt und wird im laufenden Betrieb weiter gepflegt. Bei jedem Folgeauftrag wird die Terminologiedatenbank ausgebaut und weiterentwickelt. Übersetzer können schneller exakte Texte liefern, neue Mitarbeiter im Unternehmen können sofort die firmeneigene Sprache übernehmen: Eine Win-Win-Situation für alle.

Formatierungen: die zweite Säule des übersetzungsgerechten Schreibens

Neben der Terminologie fußt das übersetzungsgerechte Schreiben auf einer zweiten wichtigen Säule: der Formatierung und den Styleguides. Diesem Thema widmet sich der dritte und letzte Teil dieser Blogserie.

Möchten Sie gerne mehr zu Terminologie und übersetzungsgerechtem Schreiben wissen? Gerne beraten wir Sie zu Ihrem Terminologieprojekt: COMLOGOS beschäftigt ausgezeichnete, zertifizierte Projektmanager und Projektmanagerinnen, die schon etliche Termdatenbanken aufgebaut haben. Sprechen Sie uns einfach an! Die Projektmanager und Projektmanagerinnen von der Übersetzungsagentur COMLOGOS freuen sich über Ihren Anruf, Ihre E-Mail oder eine Nachricht über das Kontaktformular.

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