FAQ’s zur maschinellen Übersetzung

Wie erfolgt das Post-Editing? Mit welcher Technologie arbeiten Sie bei einem MÜPE-Auftrag?

Wir bei COMLOGOS haben auch an unsere maschinelle Übersetzung hohe Qualitätsansprüche. Deshalb wird ein Übersetzungsprojekt für maschinelle Übersetzung mit Full Post-Editing mit SDL Trados Studio, SDL Trados GroupShare und unserer sorgfältig getesteten, gefüllten und trainierten Engine für maschinelle Übersetzung bearbeitet. Nach der maschinellen Übersetzung arbeitet ein evaluierter und erfahrener Post-Editor an der Übersetzung. Dabei berücksichtigt er die gängigen Aspekte für Fehlerpotenzial, die eine maschinelle Übersetzung mit sich bringt. So sind alle Zahnrädchen bereits ab der Angebotserstellung auf Qualität ausgerichtet.

Wer macht das Post-Editing?

Alle Post-Editoren durchlaufen einen mehrstufigen Evaluierungsprozess, bevor sie Ihre Projekte bearbeiten dürfen. Dabei müssen sie ihre Qualifikationen (gemäß ISO 18587) und Erfahrungen nachweisen können und Tests durchlaufen, mittels derer wir die Qualität ihrer Arbeit beurteilen können. Dadurch arbeiten nur evaluierte und erfahrene muttersprachliche Fachübersetzer in gewohnter COMLOGOS-Qualität für uns als Post-Editoren.

Welches Tool verwenden Sie für die maschinelle Übersetzung?

COMLOGOS arbeitet mit einer sorgfältig getesteten, gefüllten und trainierten Engine für neuronale maschinelle Übersetzung (NMÜ). Ihre Texte werden ausschließlich für Ihre Übersetzung und nicht zum Training der Engine verwendet. Da die Server der Engine in der EU sind, erfüllen alle Aktivitäten die strengen Datenschutzbestimmungen der Europäischen Union.

Was ist eine Engine?

Unter “Engine” ist eine Art Motor zu verstehen (in Form eines Computerprogramms). Diese Engine ist verantwortlich für die Erzeugung des MÜ-Outputs und muss dafür intensiv trainiert und kontinuierlich mit Übersetzungen gefüttert werden.

Kann ich die Übersetzung „sofort“ haben? Warum nicht?

Eine sofortige Lieferung nach der Bestellung ist leider nicht möglich. Zwar dauert es tatsächlich nur ein paar Sekunden oder Minuten (je nach Textlänge), bis der MÜ-Output generiert ist. Jedoch tragen weitere Faktoren dazu bei, dass die Bearbeitungszeit doch etwas länger ist. Das Projekt muss erstellt und bearbeitet werden, d. h. die Dateien müssen analysiert werden, die Preise müssen berechnet werden, die Post-Editoren müssen angefragt/bestellt werden. Anschließend muss der Output post-editiert werden und danach findet zusätzlich noch eine interne Prüfung statt. Insgesamt ist die Bearbeitungszeit allerdings um einiges kürzer als bei einem Projekt mit Humanübersetzung.

Wie lange dauert das PE? Wie viele Wörter pro Stunde/Tag?

Der PE-Aufwand ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Doch durchschnittlich kann man von 4.000 bis 6.000 Wörtern pro Tag ausgehen. Es ist zu beachten, dass PE maximal 4-5 Stunden am Tag (mit Pause) durchgeführt werden kann, da die kognitive Anstrengung sehr viel höher ist als zum Beispiel bei einer Übersetzung oder einer Revision.

Wir haben unseren Text selbst maschinell übersetzt. Können Sie diesen post-editieren? Warum nicht?

Die Qualität des Outputs maschineller Übersetzungen hängt stark von der verwendeten Engine ab. Da dementsprechend der Aufwand im Post-Editing ohne Kenntnisse über die Engine nicht abzuschätzen ist, ist das Post-Editing für einen von Ihnen maschinell übersetzten Text leider nicht möglich. Wir bieten lediglich das Komplettpaket der maschinellen Übersetzung inkl. Full Post-Editing an.

Ist bei post-editierten maschinellen Übersetzungen eine Revision möglich?

Grundsätzlich ist auch bei post-editierten maschinellen Übersetzungen eine Revision möglich. Hier ist jedoch zu beachten, dass die maschinelle Übersetzung durch eine Revision immer noch nicht konform der ISO 17100 ist. Nur Humanübersetzungen inkl. einer Revision entsprechen den Anforderungen der ISO 17100.

Ich möchte nicht, dass mein bisheriges TM von der MÜ verunreinigt wird. Wie verhindern Sie dies?

Sollten Sie bei uns sowohl Projekte mit maschineller Übersetzung als auch mit Humanübersetzungen bestellen, werden automatisch zwei TMs je Sprachkombination angelegt: ein TM für die Humanübersetzung und ein TM für die MÜ. So wird verhindert, dass sich maschinelle Übersetzungen und Humanübersetzungen im TM vermischen.

Ich brauche nur ein TM. Ist das möglich?

Sollten Sie bei uns sowohl Projekte mit maschineller Übersetzung als auch mit Humanübersetzungen bestellen, werden automatisch zwei TMs je Sprachkombination angelegt. Nur ein TM ist dabei leider nicht möglich, da maschinelle Übersetzungen nicht gemäß der ISO 17100 sind und somit Einträge im TM, die aus maschineller Übersetzung stammen, nicht für ISO-konforme Übersetzungen verwendet werden dürfen.

Was ist der Unterschied zwischen Post-Editing und Revision?

Das Post-Editing und die Revision werden beide von qualifizierten muttersprachlichen Fachübersetzern durchgeführt. Der Unterschied liegt darin, dass das Post-Editing bei maschinellen Übersetzungen stattfindet, die Revision jedoch bei Humanübersetzungen. Daher heißt die Revision auch 4-Augen-Prinzip.

Kann ich die post-editierte MÜ beglaubigen lassen?

Eine Beglaubigung post-editierter maschineller Übersetzungen ist leider nicht möglich. Sollten Sie eine beglaubigte Übersetzung benötigen, empfehlen wir Ihnen, die Humanübersetzung inkl. Beglaubigung zu bestellen.

Sie bieten also keine kundenspezifischen Engines an, die nach Kundenwunsch trainiert werden können?

Derzeit bieten wir noch keine kundenspezifischen Engines an. Dies bedeutet aber keinen Nachteil für Sie, da wir – wie bei der Humanübersetzung auch – ein TM verwenden. Darin werden Ihre kundenspezifischen Übersetzungen gespeichert, welche für künftige Aufträge wiederverwendet werden können. Für die maschinelle Übersetzung werden sogar zwei TMs verwendet: Ihr normales TM für die Humanübersetzung und das TM für die maschinelle Übersetzung. Somit wird sichergestellt, dass Ihre Übersetzungen in ihrem Stil und ihrer Terminologie konsistent sind und Ihren Anforderungen entsprechen. Dies können Sie natürlich unterstützen, indem Sie uns Ihre firmenspezifische Terminologie und etwaige Referenzmaterialien zur Verfügung stellen. Überdies arbeiten wir nach dem Stammübersetzer-Prinzip. Das heißt, dass immer derselbe Post-Editor für Sie arbeitet, der folglich mit Ihren Anforderungen vertraut ist.

Ich brauche für meine internen Texte lediglich Light Post-Editing. Bieten Sie das auch an? Warum nicht?

Nein, das bieten wir nicht an.

Wir bieten lediglich Full Post-Editing an, da beim Full Post-Editing nahezu die Qualität einer Humanübersetzung erreicht wird, d. h. die post-editierten Texte sind grammatikalisch und terminologisch korrekt, konsistent und stilistisch angemessen. Nur so können wir unserem Qualitätsanspruch bei COMLOGOS gerecht werden.

Das Ziel des Light PE besteht darin, dass die Übersetzung am Schluss nur verständlich bzw. lesbar ist. Das heißt, dass nach dem PE noch Fehler im Text enthalten sind. Ab wann ein Text verständlich ist und wie viele Fehler enthalten sein dürfen, ist natürlich subjektiv. Um Missverständnissen vorzubeugen und sicherzustellen, dass jeder in der Zielgruppe den Text versteht, legen wir Ihnen das Full PE ans Herz.

Warum soll ich für Full Post-Editing zahlen, wenn für interne Texte nur Light Post-Editing benötigt wird?

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, entgegen der gängigen Praxis auch Full PE bei internen Texten anzuwenden. Dies bedeutet, dass wir generell kein Light PE anbieten. Light PE zielt nämlich auf die reine Informationsvermittlung ab, d. h. den Text nur verständlich zu machen. Der MÜ-Output wird lediglich grob nachgebessert, wobei der Output auf Vollständigkeit und grobe Grammatikfehler geprüft wird. Stilistische und syntaktische Unstimmigkeiten sowie inkonsistente Terminologie und Formatierungsfehler sind jedoch erlaubt. Diese müssen folglich nicht korrigiert werden (es sei denn, es entstehen dadurch Missverständnisse).

Da wir nach der ISO 17100 zertifiziert sind und einen sehr hohen Qualitätsstandard pflegen, können wir es nicht mit unserem Qualitätsanspruch vereinen, fehlerhafte Texte zu liefern. Abgesehen davon wäre die Kostenersparnis eher gering.

Sie haben erwähnt, dass mit dem Full PE quasi die Qualität einer Humanübersetzung erreicht werden kann. Was bedeutet „quasi“? Welche Abstriche muss ich in Kauf nehmen?

Maschinelle Übersetzungen mit Full Post-Editing sollen der Qualität einer Humanübersetzung entsprechen. Das heißt, dass beim Full PE genauso wie bei einer Humanübersetzung darauf geachtet wird, dass die Übersetzung in Bezug auf Rechtschreibung, Grammatik, Terminologie, Formatierung etc. korrekt ist. Außerdem sorgt der Post-Editor für Konsistenz und einen angemessenen Stil. Der Hauptunterschied zur Humanübersetzung besteht darin, dass der Stil nicht perfekt sein muss.

Maschinelle Übersetzungen mit Full Post-Editing sind jedoch nicht ISO 17100-konform und entsprechen auch nicht den Vorgaben in der VDE. Sollten Sie also eine zertifizierte Übersetzung benötigen, empfehlen wir Ihnen eine Humanübersetzung inkl. Revision nach ISO 17100.

Was sind die Unterschiede zu anderen MÜ-Arten (statistisch, regelbasiert etc.)?

Generell ist davon auszugehen, dass die sprachliche Qualität des NMÜ-Outputs bei intensivem Training der Engine sehr viel höher ist als bei statistischer und regelbasierter MÜ.

Bei der regelbasierten MÜ basiert das System auf grammatikalischen Regeln für jedes Sprachpaar und einem Wörterbuch. Diese Regeln sollen das Grammatikwissen der Sprecher der jeweiligen Sprache repräsentieren. Die Engine analysiert jeden Satz in der Ausgangssprache, wobei die Wörter und Satzteile mit Tags versehen werden, um die grammatikalischen Komponenten zu markieren. Daraufhin sucht die Engine in ihrem Wörterbuch nach Übersetzungen für die getaggten Komponenten und verbindet diese mithilfe der kodierten grammatikalischen Regeln zu einem Satz in der Zielsprache. Aufgrund dieser Vorgehensweise ist der Output oft wortwörtlich übersetzt und daher nicht sehr flüssig oder kontextsensitiv.

Bei der statistischen MÜ übersetzt die Engine, indem sie große Volumen übersetzter Texte und somit die Beziehung zwischen ausgangssprachlichen und zielsprachlichen Daten analysiert. Dabei wird jeder Satz in seine Wörter oder Wortfolgen (n-grams) aufgeteilt und die damit verbundenen übersetzten Sätze werden analysiert, wobei für jedes n-gram die wahrscheinlichste Übersetzung aus mehreren Möglichkeiten festgestellt wird.

Unsere Ausgangstexte sind lediglich Entwürfe, also noch nicht finalisiert. Daher müssten sie evtl. noch pre-editiert werden. Bieten Sie Pre-Editing an? Warum nicht?

Wir bieten Pre-Editing derzeit nicht an, da es unter Umständen zeitlich sehr aufwendig sein kann. Aufgrund der damit verbundenen Kosten würde Ihnen die maschinelle Übersetzung keinen (großen) Preisvorteil gegenüber einer Humanübersetzung mehr verschaffen.

Wir testen ohnehin vorab, ob der jeweilige Text für MÜ geeignet ist. Sollte er nicht geeignet sein, können wir Sie jedoch gerne zum Thema „MÜ-gerechtes Schreiben“ beraten, sodass Sie selbst in der Lage sind, Ihre Texte bestmöglich für die MÜ vorzubereiten.

Sie haben erwähnt, dass die posteditierte MÜ noch mal intern bei Ihnen geprüft wird. Muss ich dafür extra zahlen? Ich brauche keine zusätzliche interne Prüfung.

Die interne Prüfung ist eine abschließende Qualitätssicherungsmaßnahme, die im Preis inbegriffen ist und grundsätzlich bei jedem Projekt vor der Lieferung durchgeführt wird. Die interne Prüfung entfallen zu lassen ist daher nicht möglich.