Das Projekt – eine Smarte Definition

Übersetzungsprojekt

Die Geschichte vom geschenkten Bild und vom Projektmanagement

Ein Projekt, was ist das eigentlich ?
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht?

Für einen Sprachdienstleister ist es ein essentielles und existenzielles Element der Geschäftsidee. Essentiell im Operating und existenziell für den Erfolg und die Kundenbeziehung sowie für das Weiterbestehen oder Wachstum. Das ist simpel.

Kunde droht mit Auftrag, wir legen ein Projekt an, wir wickeln es ab, liefern das Ergebnis und stellen die Rechnung. Nachgelagert stellen wir die Frage, ob alles zur besten Zufriedenheit verlaufen ist und erstellen und/oder pflegen die Terminologiedatenbank.

Damit ist aber kaum erklärt, wie komplex ein Übersetzungsprojekt für nur eine Seite Text – aber vielleicht in 30 Sprachen – sein kann. Oder für 300 Seiten Text, für die nur eine Woche Zeit zur Verfügung steht. Oder für eine Presseerklärung, die weltweit innerhalb von 3 Strunden raus muss. Ganz schön tricky.

Über erfolgreiches Projektmanagement haben wir dabei noch gar nicht gesprochen. Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht? Über Ihr Projektmanagement oder über das Ihres Sprachendienstes?

Die erste Frage, die sich stellt: Wurde an alles gedacht ?

Das ist schon der erste Fehler.
Wohlüberlegte, festgeschriebene Prozesse für Projekte sind nicht unklug – insbesondere bei Übersetzungen. Unwägbarkeiten können vorher beschrieben werden, Response- und Actionplans sichern den Projekterfolg mit festgelegten Backups, Rollen und Stellvertretern sowie Ressourcen und Zeitplänen.

Ein beliebtes Sprichwort ist dennoch:
Wenn ein Projekt keine Risiken birgt, so lass die Finger davon.

Warum ist das so? Wir wollen es einmal vereinfachen: Gemeinhin gilt das Aufhängen eines Bildes in der Wohnung nicht als Projekt. Aber wenn man genauer hinschaut, ist es das Paradebeispiel eines Projektes, für das man besser einen guten Projektplan in der Tasche hat.

Das Projekt, eine Definition:

Zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus abgestimmten, gesteuerten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Vorgaben bezüglich Zeit, Ressourcen und Qualität ein Ziel zu erreichen. Zielvorgaben eines Projektes werden zum Beispiel nach den sogenannten SMART-Regeln vorab formuliert (SMART = Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminiert).

Doch zurück zum Bild. Es gibt zwei Szenarien:
1) Bild kaufen.
2) Bild geschenkt bekommen.

Von einem gekauften Bild, weiß man in der Regel, wo es in der Wohnung hin soll. Oder es wurde überlegt, an wen es weiterverschenkt werden kann, wenn es an die vorgesehene Stelle doch nicht so gut hinpasst, somit sind normalerweise die SMART-Regeln erfüllt.
Anspruchsvoller ist das „Projekt geschenktes Bild“, bei dem es sich aus Gründen des Respekts, der Wertschätzung oder der verwandtschaftlichen Beziehung zum Schenkenden verbietet, es einfach in den Keller zu stellen oder weiter zu verschenken.

Was war nun letzten Samstag: Bei der Schwiegermutter war ein “ganz tolles” antiquarisches Bild aus Urgroßvaters Besitz im Keller aufgetaucht. Wir hätten doch eine große weiße Wand zuhause, für die wir schon seit unserem Umzug vor zwei Jahren eine geeignete Bestückung überlegten. Richtig.

Also brachte sie das Bild. Nichtsahnend saß ich am Wohnzimmertisch, eine frische Tasse Kaffee und die Zeitung vor mir. Diese Idylle hat sich rasend schnell verwandelt, das Bild wurde zu einem chaotischen Projekt:

Tisch abgeräumt, sauber gemacht, zur Seite gerückt (…) Sitzgarnitur von der Wand abgerückt (…) Parkettboden aufgewischt, Zeitung ausgelegt (…) Bild, Hammer, Nagel, Wasserwaage bereitgestellt (…) Nagel in die Wand gehauen, Bild aufgehängt, festgestellt, dass es zu schwer ist für nur einen Nagel.

Zweiten Nagel geholt, Position justiert, in die Wand gehämmert, Bild aufgehängt (…) festgestellt, dass die geplante Position nicht mehr stimmt, das Bild zu nah am Vorhang vor der Balkontür hängt (…) der erste Nagel löste sich wieder, das Bild war doch zu schwer. (…) Bohrmaschine geholt, zwei Dübel und zwei Haken aus der großen Kiste gesucht (…) der zweite Dübel passte nicht zum zweiten Haken.

Die erste Stunde war rum, ich wünschte mich ins Büro zurück (…) umziehen, Autoschlüssel suchen (…) Telefon: der Bub wollte vom Handball abgeholt werden (…) das traf sich gut, weil der Baumarkt (für den zweiten Dübel) auf dem Weg liegt.

Die zweite Stunde war rum, wieder zuhause (…) das Kabel der Bohrmaschine war zu kurz – wo war noch gleich das Verlängerungskabel? (…) es stellte sich heraus, dass man wegen der Wirkung des Bildes die Sitzgarnitur anders aufstellen sollte (…) der Blick auf die Stelle mit der fehlenden Sockelleiste wurde frei (…) im Keller war doch noch ein Stück Sockelleiste (…) Säge, Nägelchen und der kleinere Hammer waren im frisch umgeräumten Keller nicht aufzufinden.

Drei Stunden waren vorbei. Das Arrangement war soweit schön, das Bild endlich aufgehängt, der Kaffee kalt (…) Projektabschluss: das Bild hing zu nah am die Vorhang.

Andere Säge, zwei weitere Dübel, zwei Schrauben und einen neuer Vorhangstopper, nach fünf Stunden waren wir fertig und keiner hatte daran gedacht, dass man noch fürs Abendessen einkaufen musste.

“Entnervt” geht sicherlich anders. Aber die Gedanken waren wieder beim professionellen Projektmanagement in der Agentur…

Haben Sie immer alles griffbereit? Ist Ihre technische Ausstattung jederzeit einsatzbereit? Wie oft haben Sie schon überlegt, nicht sofort mit Ihrem Projekt anzufangen, sondern ein Startdatum festzulegen und vorher alles bereit zu stellen?

Oder ist Ihre persönliche Versicherung für den Erfolg ganz einfach ein zugewiesenes Budget für einen Dienstleister?

Sicher, bei Ihnen ist es nicht nur ein Bild – das kann man ja wirklich selbst. Aber denken Sie mal nach … also ich habe nachgedacht. Für das nächste Bild…

Falls Sie Fragen zu Ihrem Projekt und zu Ihren Themen rund um Sprache und Kommunikation haben, schreiben Sie uns und profitieren Sie doppelt von unserer Erfahrung:

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